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Polizei räumt Zeltlager am Rossio in Lissabon

Die Polizei hat am Morgen des 25. Oktober 2026 ein Protestcamp auf der Praça do Rossio in Lissabon geräumt. Laut ersten Angaben gab es Festnahmen und Verletzte; Hunderte Kräfte waren im Einsatz.

Die Polícia de Segurança Pública hat am Morgen des 25. Oktober 2026 ein seit Tagen bestehendes Protestlager auf der Praça do Rossio in Lissabon geräumt. Nach übereinstimmenden Berichten waren Hunderte Beamtinnen und Beamte im Einsatz; Reporterinnen und Reporter von RTP meldeten bereits in der Nacht ein entsprechend starkes Aufgebot am Platz. Die Polizei begründete das Vorgehen mit Auflagen zum Schutz der öffentlichen Ordnung und der wiederholten Aufforderung, die Zelte zu entfernen, der nicht Folge geleistet worden sei.

Nach einer ersten Bilanz kam es zu mehreren Festnahmen und Verletzten. Renascença berichtete von insgesamt 31 Festgenommenen im Zusammenhang mit Einsätzen in Lissabon und Porto sowie von sieben Verletzten. Die Polizei sprach zunächst von einer vorläufigen Lageübersicht; genauere Zahlen zu Orten und Schweregraden der Verletzungen wurden bis zum Vormittag geprüft. Das Vorgehen folgte auf eine Reihe von Tagen, an denen die Teilnehmenden der sogenannten Acampada de Lisboa den Rossio als Dauerprotest gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten nutzten.

Vor Ort beschrieben Beobachter Phasen friedlichen Protests, aber auch Momente körperlicher Konfrontation, als Sitzblockaden aufgelöst wurden. Die Polizeiführung erklärte, man habe zuerst auf Kommunikation und Deeskalation gesetzt und den Abbau der Zelte angeboten, bevor Zwangsmittel angewandt worden seien. Aus dem Protestumfeld hieß es, die Räumung sei unverhältnismäßig gewesen; die Gruppen kündigten rechtliche Schritte an, sollten Eingriffe als rechtswidrig bewertet werden.

Politische Reaktionen fielen geteilt aus. Vertreterinnen und Vertreter kommunaler Gremien und Fraktionen verwiesen auf das Recht auf Versammlung und Meinungsäußerung, betonten zugleich aber Pflichten zum Freihalten öffentlicher Räume und zur Wahrung der Sicherheit. Menschenrechtsorganisationen und zivilgesellschaftliche Akteure kündigten an, Videoaufnahmen und Einsatzberichte auszuwerten, um eine mögliche Unverhältnismäßigkeit zu prüfen.

Die Auseinandersetzung berührt einen seit Jahren schwelenden Konflikt um bezahlbaren Wohnraum in Portugals Großstädten. Beobachter sehen in der Räumung einen Katalysator für die Debatte über Miet- und Bodenpolitik, über die Grenzen des Protests im öffentlichen Raum und über Einsatzstandards der Sicherheitskräfte. Medien wie Diário de Notícias und Observador ordneten die Räumung in eine koordinierte Abfolge von Maßnahmen ein, die bereits in den Tagen zuvor auch Porto betrafen. Mit Blick auf die weiteren Protestpläne und mögliche juristische Schritte bleibt offen, ob es zu erneuten Versammlungen am Rossio kommt oder ob die Stadt künftig restriktiver gegen länger andauernde Camps vorgeht.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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