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Protestcamp in Lissabon bleibt trotz Polizeiaufforderung auf dem Rossio

Das Camp der Acampada de Lisboa auf der Praça D. Pedro IV blieb in der Nacht zum 20. Oktober bestehen, obwohl die Polícia de Segurança Pública zur Räumung aufforderte. Die Polizei setzt vorerst auf…

Das Protestlager der Acampada de Lisboa auf der Praça D. Pedro IV (Rossio) hat in der Nacht zum 20. Oktober 2026 trotz einer Aufforderung der Polícia de Segurança Pública fortbestanden. Nach Angaben der Organisatorinnen und Organisatoren forderte die Polizei kurz vor Mitternacht per Lautsprecherdurchsage den Abbau der Zelte, um eine zwangsweise Räumung zu vermeiden. Die Versammlung entschied, vorerst zu bleiben.

Die Polizei erklärte, sie setze zunächst auf Vermittlung und Dialog, schloss ein Eingreifen aber nicht aus, sollte das Lager bestehen bleiben. Sie bezeichnete das Camp als „illegal“, weil nach ihrer Darstellung keine Genehmigung vorliege und nächtliche Nutzungs- und Lärmschutzregeln verletzt würden. Die Stadt Lissabon verwies auf die üblichen Vorgaben für die Nutzung öffentlicher Flächen. Das Innenministerium bekräftigte zuletzt allgemein, dass die geltenden Gesetze einzuhalten sind.

Die Initiative fordert wirksame Maßnahmen gegen steigende Mieten, mehr sozialen Wohnungsbau und Regeln gegen spekulative Aufkäufe. Die jüngste Welle von Zeltprotesten hatte in mehreren Städten eingesetzt, darunter in Porto. Dort war es zuvor bei einem Polizeieinsatz zu Auseinandersetzungen gekommen; Medien berichteten von mehreren Verletzten. In Lissabon beschrieben Reporterinnen und Reporter die Lage in der Nacht als überwiegend ruhig, wenngleich die Sorge vor einer Eskalation anhielt.

Vor Ort organisieren sich die Teilnehmenden in offenen Versammlungen; sie legten interne Abläufe und Sicherheitsmaßnahmen für den Fall eines Polizeieingriffs fest. Gleichzeitig betonten Vertreterinnen und Vertreter der Bewegung, die Aktionen seien friedlich und auf das Anliegen Wohnen und Lebenshaltungskosten fokussiert. Die Polizei mahnte die Einhaltung der Auflagen für öffentliche Versammlungen an.

Wie es weitergeht, hängt von Verhandlungen zwischen der Acampada de Lisboa, der Polícia de Segurança Pública und der Stadt Lissabon ab. Für den Fall einer Räumung kündigten Aktivisten rechtliche Schritte an. Sollte das Camp bestehen bleiben, dürfte die Auseinandersetzung über Wohn- und Stadtpolitik in Portugal an Schärfe gewinnen. Unabhängig vom Ausgang belegt der Konflikt die anhaltende Spannung zwischen dem versammlungsrechtlich geschützten Protest im öffentlichen Raum und kommunalen Regeln für dessen Nutzung.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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