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Pendler klagen zum Start der Mobilitätswoche über überfüllte Züge in Lissabon

Zum Auftakt der Europäischen Mobilitätswoche melden Fahrgäste in der Metropolregion Lissabon erneut Verspätungen, Überfüllung und Lücken im Takt. Zeitgleich ist der ermäßigte Passe Ferroviário Verde für städtische Züge in Kraft getreten.

In der Metropolregion Lissabon haben Fahrgäste zum Start der Europäischen Mobilitätswoche am 16. September wiederholt Verspätungen, überfüllte Wagen und unzuverlässige Anschlüsse bei den städtischen und suburbanen Zügen gemeldet. In Interviews und Berichten wurden vor allem die Hauptverkehrszeiten auf den Netzen der CP-Urbanos und bei Fertagus als besonders belastet beschrieben. Pendler kritisieren, dass längere Taktabstände und verpasste Umstiege die Wegeketten verlängern und Alternativen wie Bus und Metro nicht zuverlässig erreichen lassen.

Der aktuelle Unmut fällt mit einer tarifpolitischen Neuerung zusammen. Die Regierung hatte am 21. August die Ausweitung des vergünstigten Monatsabos Passe Ferroviário Verde auf die urbanen Züge in Lissabon und Porto angekündigt. Der Tarif von 20 Euro ist mit Beginn der Mobilitätswoche in Kraft getreten und gilt nun auch für die CP-Urbanos. Ziel ist laut Regierung die Vereinfachung des Tarifsystems und die Förderung des Umstiegs auf den öffentlichen Verkehr.

Die Betreiber verweisen auf unterschiedliche Schwerpunkte. Der Metropolitano de Lisboa wirbt in dieser Woche für die nachhaltige Verknüpfung von Verkehrsmitteln und hebt Maßnahmen zur besseren Integration von Metro, Bus und Schiene hervor. Fertagus betont eigene Kundeninitiativen, verweist jedoch auf strukturelle Engpässe bei Rollmaterial und Infrastruktur, die kurzfristig nur begrenzt zu entschärfen seien. Comboios de Portugal hat zuletzt in verschiedenen Linienabschnitten wiederholt starke Auslastungen registriert; konkrete Zusagen zu zusätzlichen Umläufen oder Wagen für die Stoßzeiten liegen nach Unternehmensangaben noch nicht flächendeckend vor.

Im Zentrum stehen zwei Fragen, die nun politisch und betrieblich zu beantworten sind: Erstens, ob die Ausweitung des vergünstigten Abos die Nachfrage so deutlich erhöht, dass die vorhandene Kapazität knapp wird. Zweitens, welche kurzfristigen operativen Schritte – etwa dichtere Takte, optimierte Umläufe oder zusätzliche Einheiten – umsetzbar sind, bis neue Fahrzeuge und Infrastrukturverbesserungen verfügbar sind. Nach vorliegenden Behörden- und Unternehmensangaben sind Beschaffungen und Ausbauten mittelfristig geplant, ihre Entlastungswirkung wird jedoch erst mit zeitlichem Verzug eintreten.

Die Debatte reicht über die Tageslage hinaus: Kapazitätsmanagement und Angebotskoordination im Großraum Lissabon betreffen Luftqualität, Pendelzeiten und die Erreichbarkeit der Arbeitsplätze. Zugleich wird sich der Erfolg der Tarifmaßnahme erst belastbar bewerten lassen, wenn Daten zu Auslastung, Pünktlichkeit und Umsteigequalität nach der Einführung des Passe Ferroviário Verde vorliegen. Bis dahin bleibt der Druck hoch, in den Stoßzeiten verlässliche Verbindungen auf den Netzen von CP-Urbanos, Fertagus und Metropolitano de Lisboa sicherzustellen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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