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Lissabon weist über 600 Kinder kurzfristig Schulen zu

Nach einer siebstündigen Krisensitzung mit Schulleitungen hat das Bildungsministerium mehr als 600 bisher unversorgte Kinder in der Stadt Lissabon administrativ auf Schulen verteilt.

Mehr als 600 bislang ohne Schulplatz verbliebene Kinder in der Stadt Lissabon sind nach einer siebstündigen Krisensitzung des Bildungsministeriums administrativ Schulen zugewiesen worden. Das berichtete der öffentlich‑rechtliche Sender RTP am 15. September. Die Entscheidungen fielen demnach im Anschluss an das am 14. September einberufene Treffen mit Schulleitungen, um kurzfristig Abhilfe zum Start des Schuljahres 2026/2027 zu schaffen.

RTP und der Radiosender Renascença übereinstimmend zufolge griff das Ministerium zu Sonderzuweisungen, nachdem reguläre Aufnahmeverfahren nicht alle Fälle abgedeckt hatten. Renascença meldete bereits am Abend des 14. September zunächst rund 500 gelöste Fälle; die Zahl stieg laut RTP bis zum Morgen des 15. September auf über 600. Offizielle Detailangaben zu betroffenen Jahrgangsstufen oder zu Verteilungen auf einzelne Schulen lagen zunächst nicht vor.

Im Fokus standen nach Medienangaben vor allem Vorschule, Grundschule und die unteren Klassen der Pflichtschulzeit in Lissabon. Um die gesetzliche Schulpflicht sicherzustellen, wurden kurzfristig Kapazitäten angepasst und Lerngruppen neu zugeschnitten. Ob es dadurch zu vorübergehenden Überbelegungen kommt, blieb zunächst offen.

Hintergrund sind zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 wiederkehrende Engpässe bei Raum und Personal. Lehrergewerkschaften und Elternverbände hatten in den vergangenen Tagen auf eine rasche Lösung gedrungen und den Staat an seine Verpflichtung erinnert, jedem schulpflichtigen Kind einen Platz zu garantieren. Das Bildungsministerium kündigte dem Vernehmen nach weitere Prüfungen an, um verbliebene Fälle zu klären. Angaben dazu, inwieweit ähnliche Probleme außerhalb Lissabons fortbestehen, lagen am Dienstagvormittag nicht konsistent vor.

Die administrative Zuweisung gilt in Portugal als Ausnahmeschritt, wenn reguläre Vergaben nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können. Der jetzt gewählte Eingriff soll sicherstellen, dass Kinder nicht ohne Unterrichtsbeginn bleiben. Ob die Maßnahmen über die akute Phase hinaus Entlastung bringen, hängt nach Einschätzung von Schulleitungen und Elternvertretungen davon ab, wie schnell zusätzliche Lehrkräfte gebunden und schulorganisatorische Anpassungen umgesetzt werden. Konkrete Zeitpläne dafür nannte das Ministerium zunächst nicht.

Mit der Entscheidung ist der Unterrichtsstart für Hunderte Kinder in Lissabon kurzfristig abgesichert. Eine umfassende Bilanz zu offenen Fällen und zu strukturellen Korrekturen im Aufnahmeverfahren steht jedoch noch aus.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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