Kultur

Gonçalo Waddington bringt O Pai ins Teatro São Luiz in Lissabon

Ab 16. bis 27. September zeigt das Teatro São Luiz in Lissabon August Strindbergs O Pai in einer Inszenierung von Gonçalo Waddington. Die Premiere ist für Mittwoch im Saal Luís Miguel Cintra angesetzt.

Im Teatro São Luiz in Lissabon beginnt an diesem Mittwoch die Aufführungsserie von O Pai, August Strindbergs Kammerspiel über Ehe, Macht und Zweifel an der Vaterschaft. Regie führt Gonçalo Waddington. Der Spielplan nennt Termine bis zum 27. September in der Sala Luís Miguel Cintra.

Das städtische Teatro São Luiz, Teil der Kulturholding EGEAC, positioniert die Produktion als Bestandteil der neuen Saison. Der Ablauf ist als reguläre Reihe mit Abendvorstellungen unter der Woche und einer Nachmittagsvorstellung am Sonntag angekündigt. Mit der Strindberg-Inszenierung setzt das Haus seine Linie fort, zentrale Texte des europäischen Repertoires mit portugiesischen Bühnenkünstlern neu zu befragen.

Inhaltlich verdichtet O Pai den familiären Konflikt zu einem psychologisch genauen Kammerspiel: Ein Ehemann gerät in die Defensive, als die Mutter seiner Tochter seine Vaterschaft in Zweifel zieht und die Erziehung an sich ziehen will. Strindberg zeigt die Eskalation eines privaten Streits zu einem Machtkampf, der gesellschaftliche Leitbilder von Autorität, Verantwortung und Geschlechterrollen freilegt. Dass diese Fragen heute erneut verhandelt werden, begründet den anhaltenden Reiz des Stoffes – und die Entscheidung, ihn prominent in Lissabon zu zeigen.

Laut Theaterangaben ist O Pai eine Koproduktion mit dem Teatro Nacional São João. Damit verbindet die Lissabonner Bühne eine der prägenden Institutionen der portugiesischen Theaterszene aus Porto in einem gemeinsamen Projekt. Für das Publikum bedeutet dies in der Regel höhere Sichtbarkeit über die Stadtgrenzen hinaus sowie die Chance auf spätere Gastspiele oder Wiederaufnahmen im nationalen Netzwerk.

Der Spielplan verweist auf eine Spieldauer von rund anderthalb Stunden ohne ausufernde Umbauten – ein Hinweis auf eine konzentrierte, dialoggetriebene Form. Besetzungs- und Ausstattungsteams führt das Haus in seinen Programmhinweisen, Änderungen bleiben wie üblich vorbehalten. Über Resonanz und künstlerische Akzente der Inszenierung können erst nach der Premiere Aussagen getroffen werden; Kritiken der überregionalen Feuilletons und Besucherzahlen werden für die Einordnung maßgeblich sein.

Mit O Pai setzt Lissabon im Frühherbst einen deutlichen Akzent im Sprechtheater. Für Interessierte außerhalb der Hauptstadt ist die Beteiligung des Teatro Nacional São João ein Signal, dass die Produktion nicht nur lokal gedacht ist, sondern Teil eines überregionalen Theaterkalenders.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk