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Polizei räumt Wohnprotestlager in Lissabon und Porto – 31 Festnahmen

Nach einem Ultimatum hat die Polizei in der Nacht zum 25. Oktober Protestcamps in Lissabon und Porto aufgelöst. Offiziell ist von 31 Festnahmen und 11 Verletzten die Rede; Aktivisten nennen deutlich höhere Zahlen.

Die Polícia de Segurança Pública hat in der Nacht zum 25. Oktober 2026 die Wohnprotestlager auf der Praça do Rossio in Lissabon und der Praça D. João I in Porto aufgelöst. Laut Polizei war den Demonstrierenden eine Frist bis 0.30 Uhr gesetzt worden, um Zelte und dauerhafte Strukturen freiwillig zu entfernen. Gegen 2.00 Uhr begann die koordinierte Räumung in beiden Städten. Die Einsatzleitung begründete das Vorgehen mit nicht genehmigten Aufbauten und der Überschreitung zulässiger Nutzungszeiten des öffentlichen Raums.

Die Polizei bilanzierte bis zum Morgen 31 Festnahmen – 25 in Lissabon und sechs in Porto – sowie 11 Verletzte, darunter drei Polizeibeamte. Mehrere Medien berichteten von teils heftigen Auseinandersetzungen und dem Abtransport Verletzter. Vertreterinnen und Vertreter der Protestbewegungen sprachen hingegen von deutlich höheren Verletztenzahlen. Die Acampada do Porto meldete kurzfristig bis zu 37 Verletzte und warf den Einsatzkräften den Gebrauch von Schlagstöcken, Diensthunden und Gummigeschossen vor. Auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Acampada de Lisboa kritisierten das Vorgehen als unverhältnismäßig. Eine unabhängige Bestätigung der abweichenden Zahlen liegt bislang nicht vor.

Die Camps waren Teil landesweiter Mobilisierungen gegen steigende Mieten, Zwangsräumungen und Spekulation auf dem Immobilienmarkt. Die Gruppen fordern unter anderem ein Ende von Räumungen ohne Ausweichunterkünfte, schärfere Regeln für Finanzinvestoren sowie Änderungen im Mietrecht. In den Tagen vor der Räumung hatten städtische Behörden und die Polizei wiederholt auf die Aufhebung der Lager gedrängt und auf Auflagen für Versammlungen im öffentlichen Raum verwiesen.

Nach Angaben der Einsatzkräfte sollen die Festgenommenen den Justizbehörden vorgeführt werden. Mehrere von ihnen werden voraussichtlich am 26. Oktober 2026 einem Richter vorgeführt. Zivilgesellschaftliche Organisationen kündigten Beschwerden und die Sammlung von Beweismaterial zu möglichen Übergriffen an; auch die Polizei verwies auf interne Dokumentation der Einsätze. Politische Bewertungen der Vorgänge und mögliche parlamentarische Folgen zeichneten sich am Sonntag zunächst nur in Ansätzen ab.

Die Auflösung der Lager markiert vorerst den Höhepunkt eines Konflikts, der sich seit Anfang Oktober zugespitzt hat. Ob die Proteste in anderer Form fortgesetzt werden, blieb zunächst offen. Klar ist jedoch, dass die Debatte über Wohnungsnot, Mietpreise und den Umgang mit langfristigen Protestaktionen im öffentlichen Raum in Portugal weiter an Schärfe gewinnt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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