In den frühen Morgenstunden des 20. Oktober 2026 hat die Polícia de Segurança Pública Protestlager in Lissabon und Porto geräumt. Die Einsätze fanden am Rossio, der Praça D. Pedro IV, in Lissabon und auf der Praça D. João I in Porto statt. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 55 Personen wegen des Verdachts auf Ungehorsam festgenommen. Rettungsdienste berichteten von Verletzten; lokale Medien nannten mindestens zwei medizinisch versorgte Personen.
Die Polizei begründete das Vorgehen mit der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und dem Schutz von öffentlichem Eigentum. In Lissabon kam es nach übereinstimmenden Medien- und Augenzeugenberichten zu Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Demonstrierenden. Schlagstöcke wurden eingesetzt; zugleich wurden Fälle geworfener Gegenstände in Richtung der Polizei geschildert. In Porto verlief die Demontage der Zelte nach einer polizeilichen Aufforderung geordneter, berichten Beobachter.
Das Ministério da Administração Interna lobte das Vorgehen der Sicherheitskräfte als verhältnismäßig und verwies darauf, dass die Organisatoren zuvor schriftlich und mündlich zur Räumung aufgefordert worden seien. Die Polícia de Segurança Pública kündigte an, Einsatzdokumentationen und Videoaufzeichnungen der Staatsanwaltschaft zu übermitteln. Aktivistinnen und Aktivisten sowie Hilfsorganisationen kritisieren die Einsätze als überzogen und fordern politische Maßnahmen gegen steigende Mieten und Wohnungsnot. Eine unabhängige Prüfung der Vorwürfe steht aus.
Die Lager waren in den Tagen zuvor aus Protest gegen die Wohnungskrise entstanden und hatten in beiden Städten zunehmend Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Für den Abend des 20. Oktober wurden neue Versammlungen angekündigt; ob sie stattfinden und in welcher Form, war zunächst offen. Über mögliche straf- oder verwaltungsrechtliche Folgen der Festnahmen entscheiden die Behörden nach Auswertung der Unterlagen.
Die Auseinandersetzung spiegelt den anhaltenden Druck auf die städtischen Wohnungsmärkte wider. Regierung und Kommunen verweisen auf laufende Programme für zusätzlichen Wohnraum und auf Maßnahmen gegen spekulativen Leerstand. Vertreterinnen und Vertreter der Protestbewegung halten das für unzureichend und verlangen kurzfristige Entlastungen, darunter mehr Sozialwohnungen und Mietpreisbremsen. Konkrete Zusagen über zusätzliche Mittel oder Zeitpläne wurden am Dienstagmorgen nicht bekannt.
Zur endgültigen Bewertung des Einsatzes sind neben den offiziellen Polizeiberichten auch medizinische Protokolle sowie unabhängige Bild- und Videoauswertungen maßgeblich. Bis dahin stehen sich die Darstellungen der Sicherheitskräfte und der Protestierenden gegenüber.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).