In Porto haben Einsatzkräfte am Montag, 12. Oktober 2026, Zelte eines Protestcamps gegen steigende Mieten und Lebenshaltungskosten auf der Praça D. João I entfernt. Nach Angaben der Behörden handelte es sich um eine Maßnahme der Polícia Municipal, unterstützt von der Polícia de Segurança Pública (PSP). Begründet wurde das Vorgehen mit einer nicht genehmigten Nutzung des öffentlichen Raums und der Absicht, eine dauerhafte Belegung des Platzes zu verhindern.
Organisatoren des Protests erklärten, sie hätten den geordneten Abbau bereits vorbereitet und seien vom Zeitpunkt des Einschreitens überrascht worden. Vertreter der Gruppe Porta a Porta – Casa para Todos warfen der Stadtverwaltung Porto vor, zuvor Gesprächsbereitschaft signalisiert zu haben. Die Stadt verwies nach übereinstimmenden Medienberichten auf die Pflicht, öffentliche Flächen freizuhalten; eine ausführliche Stellungnahme zu Entscheidungsgrundlage und Ablauf lag zunächst nicht vor.
Das Camp war in der Nacht zum Samstag als Fortsetzung von Demonstrationen gegen die Wohnungsnot entstanden. Nach unterschiedlichen Schätzungen umfasste es Dutzende Zelte. Die PSP bestätigte Kontrollen auf dem Platz und nahm Identifizierungen vor. Berichte über schwere Verletzungen lagen bis zum Mittag nicht vor.
Der Einsatz reiht sich in eine Serie lokaler Mobilisierungen ein, mit denen in mehreren Städten Portugals auf steigende Mieten, Verdrängung und knappen Wohnraum hingewiesen wird. In Porto kritisieren Initiativen seit Monaten, dass der Neubau bezahlbarer Wohnungen nicht mit der Nachfrage Schritt hält und kurzfristige Vermietungen das Angebot zusätzlich verknappen. Die Organisatoren fordern unter anderem strengere Mietregeln, Anreize für langfristige Vermietung und mehr öffentlichen Wohnungsbau.
Auf nationaler Ebene verhandeln Parlament und Regierung über Anpassungen im Mietrecht sowie Programme zur Förderung von Bau und Sanierung. Kommunen verweisen zugleich auf begrenzte Zuständigkeiten und Budgets. Die Stadtverwaltung Porto argumentiert, Versammlungsfreiheit und ordnungsrechtliche Verpflichtungen abwägen zu müssen; die räumende Maßnahme sei auf die Wiederherstellung der Nutzbarkeit des Platzes ausgerichtet gewesen. Aktivisten werten den Eingriff als politisches Signal gegen Protestformen, die auf Sichtbarkeit im Zentrum setzen.
Ungeklärte Punkte betreffen die genaue Zahl der Zelte und den Zeitpunkt, zu dem die Räumung den beteiligten Gruppen angekündigt wurde. Mehrere portugiesische Medien berichten konsistent über Ort, Datum und die Mitwirkung der Polícia Municipal und der PSP. Weitere Entscheidungen der Stadt oder mögliche Rechtsmittel der Organisatoren waren zunächst offen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).