Gesellschaft

Porto: Polizei meldet keine Festnahmen bei Räumung am Praça D. João I

In Porto bauen Demonstrierende ihr Protestlager am Praça D. João I ab. Die Polizei spricht von einer ruhigen Lage und bislang keinen Festnahmen. Der Abbau folgt auf einen umstrittenen Einsatz mit Verletzten am 15.…

In Porto ist der Abbau des Protestlagers für das Recht auf Wohnen am Praça D. João I am Morgen ruhig verlaufen. Nach Angaben der Polícia de Segurança Pública gab es bei der laufenden Räumung zunächst keine Festnahmen. Demonstrierende entfernten Zelte und persönliche Gegenstände, nachdem sie die Polizei um Zeit für den geordneten Abbau gebeten hatten. Das bestätigten übereinstimmend RTP und weitere portugiesische Medien.

Der aktuelle Schritt folgt auf Auseinandersetzungen in der Nacht zum 15. Oktober, als Einsatzkräfte der Polícia de Segurança Pública das seit mehreren Tagen bestehende Lager auf dem zentralen Platz von Porto auflösten. Laut Berichten von Euronews Portugal und Cadena SER räumte die Polizei ein, dass es bei dem Einsatz Verletzte gegeben habe; zur Zahl der Betroffenen liegen unterschiedliche Angaben vor. Offizielle Abschlussberichte stehen aus.

Die Organisatoren erklärten anschließend, sie hätten eine sofortige, geordnete Auflösung des Protests beschlossen. Begründet wurde dies auch mit dem Hinweis auf vermeintliche Störer aus dem rechtsextremen Spektrum. Diese Darstellung ist bisher nicht unabhängig belegt; zu Zahl und Identität der genannten Personen machten die Behörden keine Angaben. Die Polizei kündigte an, Videoaufnahmen und Einsatzberichte zu sichern und dem Ministério Público zu übermitteln.

Die Câmara Municipal do Porto verwies auf die Einhaltung städtischer Vorschriften und Sicherheitsauflagen. Aus der Opposition sowie von zivilgesellschaftlichen Gruppen kommen Forderungen nach einer unabhängigen Überprüfung der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes. Befürworter des harten Vorgehens betonen die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Hygiene, Kritiker warnen vor einer Einschüchterung sozialer Proteste.

Auch aus Lissabon wurden in den vergangenen Tagen Aufforderungen an kleinere Versammlungen gemeldet, provisorische Lager zu beenden. Ein landesweiter politischer Streit über Wohnkosten, Verdrängung und Notunterkünfte bildet den Hintergrund der Proteste. Entscheidungen über mögliche disziplinar- oder strafrechtliche Schritte hängen von den Auswertungen der Ermittlungsakten und einer rechtlichen Bewertung der eingesetzten Zwangsmittel ab. Bis dahin bleibt der Ablauf der Nacht vom 15. Oktober in wesentlichen Punkten strittig.

Am Dienstagmorgen stand in Porto jedoch die Deeskalation im Vordergrund: Der Platz leerte sich, die Lage blieb nach Polizeiangaben stabil. Ob und in welcher Form die Wohnungsproteste in den kommenden Tagen fortgesetzt werden, ließen die Organisatoren offen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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