Gesellschaft

Polizei räumt Protestlager auf der Praça D. João I in Porto

In Porto haben Polizeikräfte am Morgen rund 50 Zelte eines Wohnungsprotests auf der Praça D. João I entfernt. Stadt und Polizei verwiesen auf fehlende Genehmigungen; die Organisatoren kündigten weitere Versammlungen an.

In Porto haben Einsatzkräfte der Polícia de Segurança Pública und der Polícia Municipal am Morgen des 12. Oktober 2026 ein Zeltlager mit rund 50 Zelten auf der Praça D. João I geräumt. Das Camp war am Wochenende als Protest gegen hohe Mieten und die angespannte Lage am Wohnungsmarkt errichtet worden. Nach der Räumung blieben zahlreiche Teilnehmende vor Ort und kündigten weitere öffentliche Versammlungen an.

Die Behörden begründeten das Vorgehen mit Verstößen gegen Regeln zur Nutzung des öffentlichen Raums. Demnach ist das dauerhafte Aufstellen von Übernachtungsstrukturen ohne Genehmigung auf zentralen Plätzen nicht zulässig. Die Stadt Porto betonte nach Medienberichten, es gehe um die Einhaltung kommunaler Vorschriften, nicht um eine Beschränkung der politischen Meinungsäußerung.

Teilnehmende sprachen von einem überzogenen Eingriff und hielten an ihren Forderungen fest. Der Protest stand unter dem Motto „Não consegues pagar renda? Traz tenda“ und richtete sich gegen steigende Lebenshaltungskosten sowie gegen aus Sicht der Organisatoren unzureichende Maßnahmen zur Sicherung des direito à habitação. Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen unterstützten die Aktion; die genaue Trägerschaft wurde in verschiedenen Berichten unterschiedlich beschrieben.

Der Einsatz verlief nach übereinstimmenden Medienangaben ohne größere Zwischenfälle. Von Festnahmen oder Verletzten wurde zunächst nicht berichtet. Die Polizei trug Zelte und Ausrüstung zusammen und schaffte sie aus dem unmittelbaren Bereich der Praça D. João I; zahlreiche Protestierende setzten ihre Kundgebung im Anschluss fort.

Der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Wohnungspolitik in Porto und in Portugal insgesamt. In der Stadt sind die Mieten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen; zugleich wird über die Rolle von Kurzzeitvermietungen, Neubauquoten und kommunale Regulierung gestritten. Befürworter des Vorgehens der Behörden verweisen auf die Gleichbehandlung bei der Nutzung öffentlicher Räume. Kritiker sehen die Gefahr, dass soziale Proteste an Sichtbarkeit verlieren, wenn längere Mahnwachen und Camps pauschal untersagt werden.

Wie es weitergeht, hängt auch von möglichen Gesprächen zwischen Stadt und Organisatoren ab. Für die kommenden Tage wurden weitere Kundgebungen in Porto angekündigt. Eine Einordnung darüber, ob die Räumung rechtlich angefochten wird oder zu politischen Initiativen führt, lag bis zum Nachmittag nicht vor.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk