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Wohnungsproteste in Lissabon und Porto: Zeltlager weichen nicht für Weihnachtsmärkte

Die Protestlager auf dem Rossio in Lissabon und auf der Praça D. João I in Porto lehnen eine Verlagerung für die anstehenden Weihnachtsmärkte ab und berufen sich auf das Demonstrationsrecht bis 24. November 2026.

Die seit Mitte Oktober andauernden Wohnungsproteste in Portugal sind in einen offenen Konflikt mit kommunalen Planungen für die Weihnachtszeit geraten. Sowohl die Acampada de Lisboa auf dem Rossio als auch die Acampada do Porto auf der Praça D. João I verweigern Anfang November die Räumung ihrer Zeltlager, obwohl die Städte mit dem Aufbau der Weihnachtsmärkte beginnen wollen. In Lissabon ist die Eröffnung des Mercado de Natal auf dem Rossio für den 13. November 2026 vorgesehen.

Die Câmara Municipal de Lisboa bot den Protestierenden drei Ausweichorte an: Largo de São Domingos, Martim Moniz und Restauradores. Zusätzlich stellte sie in Aussicht, während des Weihnachtsmarkts symbolisch eine einzige Zeltstruktur der Acampada auf dem Rossio zu belassen. Nach einer Versammlung erklärten Vertreterinnen und Vertreter der Acampada, sie nähmen das Angebot nicht an und verlangten stattdessen die Koexistenz von Markt und Dauerkundgebung. Als Begründung verweisen sie auf eine gerichtliche Entscheidung, die das Recht auf Protest bis zum 24. November 2026 bestätige. Die Stadtverwaltung hält dem die Pflicht entgegen, öffentliche Räume für bereits genehmigte Veranstaltungen und den Wirtschaftsverkehr zugänglich zu machen.

In Porto lehnte die Versammlungsstruktur der Acampada do Porto ein ähnliches Verlagerungsangebot der Câmara do Porto ab. Die Organisierenden verweisen auf ihre politischen Ziele angesichts stark gestiegener Mieten sowie auf die demokratische Legitimation ihrer Entscheidungen in offenen Versammlungen. Auch dort betont die Stadt die Notwendigkeit, genehmigte Veranstaltungen und Sicherheitsauflagen umzusetzen.

Die Auseinandersetzung zwingt die Behörden, Versammlungsfreiheit, Sicherheit und wirtschaftliche Interessen miteinander zu vereinbaren. Die Polizei PSP signalisierte laut Berichten, Einsätze würden von der Lageeinschätzung abhängen; bei geringem Risiko verfolge man eine zurückhaltende Taktik. Juristisch wird der Rahmen der Proteste derzeit unterschiedlich interpretiert: Während sich die Organisierenden auf eine gerichtliche Frist berufen, wurde zugleich aus Anwaltskreisen argumentiert, eine weitere polizeiliche Intervention sei derzeit nicht legitimiert. Verbindliche Entscheidungen darüber liegen bei Gerichten und zuständigen Sicherheitsbehörden.

Politisch rückt der Konflikt die Wohnungskrise erneut in den Mittelpunkt. Die Kommunalverwaltungen in Lissabon und Porto verweisen auf bereits beschlossene Abläufe der Adventszeit, Händlerinnen und Händler auf erwartete Umsätze, die Protestbewegungen auf das von ihnen als vorrangig betrachtete Grundrecht auf Versammlung. Ob es zu einer einvernehmlichen Lösung kommt, hängt von weiteren Gesprächen zwischen Städten, Organisierenden und der PSP ab – sowie davon, ob Gerichte kurzfristig klarstellende Entscheidungen treffen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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