In Ericeira ist es am 26. September 2026 zu Protesten gegen ein Treffen der Allianz Patriotas pela Europa gekommen. Als André Ventura, Vorsitzender der portugiesischen Partei Chega, am Veranstaltungsort eintraf, skandierten Dutzende Demonstrierende Parolen wie „Fascismo nunca mais“. Das Treffen fand im Hotel Vila Galé Ericeira in der Gemeinde Mafra statt. Nach Angaben aus der Veranstaltung lief das Programm trotz der Kundgebungen planmäßig weiter.
Ventura spielte die Proteste gegenüber anwesenden Medien herunter. Zugleich äußerte er sich zu internationalen Themen: Donald Trump habe in den vergangenen Wochen „mehrere Fehler“ begangen, sagte der Chega‑Chef. Zudem sei es „nicht gerecht“, dass ein Land einen Krieg beginne und andere, darunter Portugal, „ihn bezahlen“ müssten. Die Aussagen zielten auf die Kostenfolgen internationaler Konflikte ab. Konkrete politische Folgerungen nannte Ventura vor Ort nicht.
Zum Treffen in Ericeira reisten Vertreterinnen und Vertreter rechtsgerichteter Parteien aus mehreren europäischen Ländern an. Die Gastgeber verwiesen auf Debatten über innere Sicherheit, Migration, Energie und Wohnungsbau. Gegenkundgebungen wurden von lokalen Initiativen und zivilgesellschaftlichen Gruppen organisiert. Deren Sprecher kritisierten die inhaltliche Ausrichtung der Allianz und warfen ihr die Normalisierung von ausgrenzenden Positionen vor. Befürworter des Treffens betonten dagegen das Recht auf politische Versammlungen und reklamierten eine Stärkung nationaler Handlungsspielräume in der Europäischen Union.
In Portugal ist Chega seit Jahren Gegenstand intensiver Auseinandersetzungen. Kritiker ordnen die Partei dem rechten bis rechtspopulistischen Spektrum zu und verweisen auf wiederholte Kontroversen um Wortwahl und Personal. Chega weist diesen Vorwurf zurück und spricht von der Verteidigung öffentlicher Ordnung, harter Kriminalitätsbekämpfung und restriktiver Migrationspolitik. Das Auftreten Venturas in Ericeira dürfte die Polarisierung weiter nähren, zumal der prominente Rahmen der Patriotas pela Europa die Debatte auf die europäische Ebene hebt.
Behördliche Eingriffe wurden bis zum Abend nicht bekannt; die Kundgebungen verliefen überwiegend laut, aber ohne größere Zwischenfälle. Ob aus dem Treffen politische Beschlüsse hervorgehen, blieb zunächst offen. Weitere Stellungnahmen der Veranstalter und möglicher politischer Reaktionen auf nationaler Ebene werden in den kommenden Tagen erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).