Unternehmerverbände auf den Azoren haben am 1. September 2026 eine deutliche Aufstockung des Etats der Tourismusagentur Visit Azores gefordert. Die Associação Empresarial das Ilhas de São Miguel e Santa Maria brachte im Rahmen der laufenden Debatte um den Plano de Atividades e Orçamento ihren Beitrag ein und plädiert darin für ein Jahresbudget von 15 Millionen Euro. Das für 2026 bewilligte Budget von gut 8 Millionen Euro reiche für die internationale Vermarktung der Inselgruppe nicht aus, heißt es in der Eingabe.
Der Vorstoß wird von weiteren Vertretern der regionalen Wirtschaft unterstützt. Die Câmara de Comércio e Indústria de Ponta Delgada hatte bereits in den vergangenen Monaten kritisiert, die gegenwärtige Finanzkraft beschränke die Schlagkraft von Visit Azores bei der externen Promotion und bei Maßnahmen zur Dämpfung der Saisonalität. Nach übereinstimmenden regionalen Berichten bezieht sich die Kritik auf konkrete Kampagnenumfänge, Messeauftritte und Marktanalysen, die mit dem bestehenden Budget nicht in der gewünschten Breite realisierbar seien.
Visit Azores ist die von Turismo de Portugal anerkannte Agentur für die internationale Promotion der Região Autónoma dos Açores. Für das Jahr 2026 war ein Etat von 8 Millionen Euro beschlossen worden; in Unterlagen der regionalen Institutionen wird dieser Betrag mit 8.023.269 Euro ausgewiesen. Die Unternehmer fordern nun, den Rahmen planbar zu erweitern und mittelfristig auf 15 Millionen Euro anzuheben, um neue Märkte zu erschließen, Flugverbindungen zu stützen und die Präsenz in Kernmärkten zu sichern.
Die Regierung der Azoren, das Governo Regional dos Açores, hatte in der Vergangenheit auf enge Spielräume im Regionalhaushalt verwiesen. Prioritäten im Verkehr und in der Infrastruktur begrenzten die sofortige Umsteuerung, zugleich seien Gespräche mit nationalen Stellen zu Förderlinien und Kofinanzierungen im Gang. Konkrete zusätzliche Beträge für Visit Azores wurden bislang jedoch nicht beziffert. Damit bleibt die nun vorgelegte Unternehmerforderung zunächst ein politischer Appell, der an künftige Haushalts- und Vertragsentscheidungen gebunden ist.
Ökonomisch argumentieren die Verbände, dass eine Verstetigung der Nachfrage und die Verringerung von Saisonalität höhere Vorleistungen in Marketing und Marktentwicklung erforderten. Politisch und rechtlich wäre eine Aufstockung über den Regionalhaushalt, zweckgebundene Programme oder Mischfinanzierungen mit nationalen und europäischen Mitteln möglich. Über die weitere Ausgestaltung soll im Zuge der Erarbeitung des Plano de Atividades e Orçamento entschieden werden. Bis dahin bleibt offen, ob und in welcher Höhe die Forderung nach 15 Millionen Euro aufgegriffen wird. Klar ist: Ohne formalen Beschluss mit Beträgen und Terminen entsteht der Branche keine verbindliche Planungssicherheit.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).