Die Universidade Nova de Lisboa hat in Peniche eine Kampagne zur digitalen Erfassung von Spuren der historischen Walfangaktivität gestartet. Laut einem Bericht der RTP vom 28. August 2026 werden sogenannte Marcas da caça da baleia sowie in der Stadt erhaltene Knochenfunde systematisch dokumentiert und als 3D-Modelle zugänglich gemacht. Ziel ist es, gefährdete materielle Zeugnisse zu sichern und sie für Forschung und lokale Vermittlung nutzbar zu machen.
Nach Angaben der Universität konzentriert sich das Vorhaben auf Marken und Relikte, die an Gebäuden und im öffentlichen Raum der Küstenstadt erhalten sind. Die digitalen Replikate sollen den Zustand der Objekte belastbar festhalten und Vergleichsstudien ermöglichen. Als Verfahren kommen bewährte Methoden wie Photogrammetrie und, je nach Objekt, ergänzende Tiefenscan-Techniken in Frage. Erste Beispiele einzelner digitalisierter Funde wurden in vorangegangenen Medienberichten gezeigt, darunter ein in Peniche entdeckter Wal-Knochen, dessen Modellierung Renascença bereits am 30. Juni 2026 angekündigt hatte.
Die Projektbeteiligten verweisen auf einen doppelten Nutzen: Zum einen dient die Erfassung dem Schutz von Kulturgut, das durch Witterung, Umbauten oder unbeabsichtigte Beschädigungen gefährdet ist. Zum anderen eröffnen die Daten neue Möglichkeiten für interdisziplinäre Forschung, etwa zur Wirtschafts- und Umweltgeschichte der Atlantikküste Portugals. Für Schulen, Museen und Stadtführungen sollen die Modelle zudem anschauliche Zugänge zu einem prägenden, zugleich ambivalenten Kapitel der Lokalgeschichte bieten.
Offen sind derzeit Details zu Umfang, Finanzierung und Zeitplan der Gesamtmaßnahme. In den vorliegenden Meldungen werden die Universität und verbundene Forschungseinheiten genannt; formale Förderzusagen oder verbindliche Fristen wurden bis Redaktionsschluss nicht veröffentlicht. Auch zur Frage, wie die physischen Objekte langfristig inventarisiert und in bestehende Denkmalregister eingeordnet werden, stehen noch Entscheidungen der zuständigen Stellen aus.
Der aktuelle Anlass der Berichterstattung ist die von RTP gemeldete Dokumentationskampagne in Peniche. Sie knüpft an eine wachsende Zahl regionaler Initiativen an, die maritimes Erbe in Portugal sichtbar machen und digital sichern. Ob und wann ein gebündelter öffentlicher Zugang zu allen Modellen geschaffen wird, bleibt abzuwarten; die Universidade Nova de Lisboa kündigt weitere Informationen an, sobald Ergebnisse und Vereinbarungen spruchreif sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).