Tesla hat am 26. August 2026 neue, landesspezifische Zahlen zu seinem Fahrerassistenzsystem Full Self‑Driving (Supervised) veröffentlicht und dabei eine Portugal‑Bilanz präsentiert. Nach Darstellung des Tesla‑Policy‑Managers Ivan Komušanac legten Fahrzeuge mit Hardware‑Generation HW4 in Portugal zwischen dem 10. April und dem 18. August 2026 rund 192 Millionen Kilometer in manueller Fahrweise zurück. Überträgt man die von Tesla ermittelten Verbesserungsraten aus fünf europäischen Ländern eins zu eins und unterstellt eine identische Nutzung mit aktivierter FSD‑Funktion, kommt das Unternehmen für diesen Zeitraum auf 167 mutmaßlich verhinderbare Kollisionen, davon 135 außerhalb von Autobahnen.
Die Angaben beruhen auf firmeneigenen Telemetriedaten sowie auf einer internen Zählregel, wonach ein FSD‑bezogenes Kollisionsereignis erfasst wird, wenn das System bis zu mehreren Sekunden vor dem Zwischenfall aktiv gewesen ist. Zur Methodik verweist Tesla auf seinen Vehicle Safety Report und begleitende Sicherheitsdokumente. Es handelt sich um eine Unternehmensschätzung, keine amtlich bestätigte Unfallverhütungsbilanz. Ob sich die genannten Effekte tatsächlich in Portugal einstellen, lässt sich ohne unabhängige Auswertung nicht verifizieren.
Unabhängige Recherchen hatten die Übertragbarkeit und Vergleichsmaßstäbe Teslas zuletzt in Frage gestellt. Reuters berichtete am 15. Juni 2026, Tesla habe europäischen Stellen teils irreführende Sicherheitsvergleiche vorgelegt; die niederländische Zulassungsbehörde RDW hielt zugleich fest, dass eigene Tests und Analysen in ihre Abwägungen eingeflossen seien. Die jetzt kommunizierten Portugal‑Zahlen ändern an diesen offenen methodischen Fragen nichts und verlangen Transparenz über Datengrundlage, Zählweise und Annahmen.
Für die Regulierung in Portugal bleibt damit Entscheidendes offen. Über eine mögliche Nutzung von Full Self‑Driving (Supervised) im Land entscheiden die Autoridade Nacional de Segurança Rodoviária und das Instituto da Mobilidade e dos Transportes im Rahmen geltender EU‑ und Landesvorschriften. Hierfür wären nachvollziehbare Datenschnitte, unabhängige Prüfungen unter portugiesischen Verkehrsbedingungen und klare Abgrenzungen zwischen Assistenzfunktionen und automatisierten Fahrfunktionen erforderlich.
Interessenlagen sind klar: Tesla wirbt mit einem potenziellen Sicherheitsnutzen und verweist auf breite Flottendaten; Behörden verlangen belastbare, reproduzierbare Nachweise und Konsistenz der Kennzahlen über Ländergrenzen hinweg. Für Nutzerinnen und Nutzer in Portugal ist entscheidend, ob die Systeme unter realen Bedingungen zuverlässig und transparent dokumentiert arbeiten. Bis zu einer behördlichen Bewertung sind Teslas Angaben als firmenseitige Schätzung einzuordnen – ein Beitrag zur Debatte, aber kein Ersatz für unabhängige Evidenz.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).