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Über 30.000 Übersterbefälle in Europa – Portugal meldet rund 680 zusätzliche Todesfälle im Sommer 2026

Vorläufige Auswertungen aus EuroMOMO-Trends und nationalen Meldesystemen deuten in Europa auf mehr als 30.000 zusätzliche Todesfälle in den vergangenen hitzegeprägten Wochen hin. In Portugal wurden bis einschließlich 30. Juli rund 680 Todesfälle über dem…

Vorläufig zusammengeführte Mortalitätsdaten der europäischen Plattform EuroMOMO und nationaler Behörden weisen in den vergangenen Wochen auf mehr als 30.000 zusätzliche Todesfälle in Europa hin, die zeitlich mit außergewöhnlichen Hitzewellen zusammenfielen. Für Portugal berichten das Instituto Nacional de Saúde Doutor Ricardo Jorge und die Direção-Geral da Saúde bis einschließlich 30. Juli 2026 rund 680 Todesfälle über dem jahreszeitlich erwarteten Niveau.

EuroMOMO erfasst wöchentlich die Gesamtmortalität der teilnehmenden Länder und publiziert Abweichungen vom statistischen Erwartungswert. In den Berichten für Ende Juni und Juli 2026 zeigen die Zeitreihen deutliche Überschüsse. Diese Schätzungen betreffen alle Todesursachen; eine direkte Zuordnung einzelner Todesfälle zur Hitze setzt nachträgliche Ursachenanalysen voraus. Zudem bildet die Plattform nur die teilnehmenden Staaten ab und weist keine Ländersummen für nicht teilnehmende Staaten aus.

Die portugiesischen Zahlen beruhen auf dem nationalen Sterberegister SICO. Laut gemeinsamer Auswertung von Instituto Nacional de Saúde Doutor Ricardo Jorge und Direção-Geral da Saúde traten die größten Ausschläge während zweier Hitzewellen Ende Juni und Anfang Juli auf. Die Behörden betonen, dass Hitze häufig als verschärfender Faktor bei kardiovaskulären oder respiratorischen Ereignissen wirkt und daher in Totenscheinen nicht als primäre Ursache erscheint. Die Angabe von rund 680 zusätzlichen Todesfällen wurde von mehreren portugiesischen Medien aufgegriffen, darunter die Nachrichtenagentur Lusa und der Sender Renascença.

Sowohl EuroMOMO als auch die portugiesischen Institute kennzeichnen die Daten als vorläufig. Nachmeldungen aus den Standesämtern und methodische Revisionen können die Summen nachträglich verändern. Endgültige, konsolidierte Jahresauswertungen liegen erst deutlich später vor.

Gesundheitsbehörden verweisen angesichts der Signale auf die Bedeutung gezielter Hitzeschutzpläne, insbesondere für ältere und chronisch kranke Menschen sowie für Beschäftigte im Freien. WHO Europa hatte bereits Ende Juni vor anhaltenden Belastungen gewarnt und zu frühzeitigen Präventionsmaßnahmen geraten. In Portugal stehen neben kurzfristigen Warnketten und Kühlräumen vor allem strukturelle Anpassungen zur Debatte, etwa eine bessere Isolierung von Wohngebäuden und der Ausbau lokaler Frühwarnsysteme. Prognosen über die endgültige Höhe der hitzebedingten Gesundheitslasten bleiben zurückhaltend; belastbare Schätzungen setzen die vollständige Erfassung und eine Ursachenklassifikation voraus.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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