Uber hat am 7. November 2026 einen kollektiven Entlassungsprozess in Portugal bestätigt. Portugiesische Medien meldeten am 6. und 7. November, das Unternehmen habe das gesetzlich vorgesehene Verfahren eingeleitet. Uber ordnet den Schritt seiner im Zuge einer globalen Restrukturierung geplanten Personalreduzierung zu. Zu Zahl und Profil der betroffenen Stellen in Portugal nannte das Unternehmen zunächst keine Details.
Die Maßnahme folgt auf eine Ankündigung vom 2. September 2026, als Uber konzernweit den Abbau von rund zehn Prozent der Belegschaft als Teil einer Vereinfachung von Strukturen und Prozessen begründete. In Portugal beschäftigt Uber nach damaligen Angaben rund 600 Beschäftigte. Ob sich die kollektiven Entlassungen auf bestimmte Unternehmensbereiche oder Standorte konzentrieren, ließ Uber offen und verwies auf laufende Gespräche.
Nach portugiesischem Arbeitsrecht sind kollektive Entlassungen formal geregelt. Arbeitgeber müssen zu Beginn des Verfahrens die Direção-Geral do Emprego e das Relações de Trabalho (DGERT) und die Arbeitnehmervertretungen informieren, Verhandlungen über Alternativen und Ausgleichsmaßnahmen führen und nach Abschluss eine Nominalliste der betroffenen Personen übermitteln. Die DGERT veröffentlicht Leitlinien zu Fristen, Dokumentationspflichten und Entschädigungsfragen. Uber erklärte, die rechtlichen Vorgaben einzuhalten.
Für die betroffenen Beschäftigten eröffnet das Verfahren zunächst eine Konsultationsphase, in der der Arbeitgeber die wirtschaftliche Begründung, den vorgesehenen Zeitplan und die beabsichtigten Maßnahmen darlegen muss. In dieser Phase können Versetzungen, Umschulungen, freiwillige Lösungen oder Abfindungen geprüft werden. Erst im Anschluss kommen einzelvertragliche Kündigungen in Betracht, die sich an den gesetzlichen und vertraglichen Mindeststandards zu Kündigungsfristen und Entschädigungen orientieren müssen.
Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen reagierten mit der Forderung nach transparenten Informationen und verlässlichen Sozialplänen. Sie kündigten an, mit Blick auf Versetzungen, Umschulungen und Abfindungen die verfügbaren arbeitsrechtlichen Instrumente zu nutzen. Konkrete Zusagen Ubers zu Abfindungshöhen oder Unterstützungsangeboten lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.
Die Entscheidung hat über den Einzelfall hinaus Bedeutung für den portugiesischen Plattformsektor. Portugal ist im Mobilitätsmarkt stark von internationalen Plattformunternehmen geprägt, während zugleich über Regulierung, Tarifbeziehungen und Beschäftigungsmodelle diskutiert wird. In welchem Umfang die nun eingeleiteten kollektiven Entlassungen den Wettbewerb im Markt beeinflussen oder Signalwirkung für weitere Anbieter entfalten, hängt von den Ergebnissen der Verhandlungen und den Mitteilungen an die DGERT ab. Verlässliche amtliche Angaben zu Zeitplan und Umfang stehen noch aus; weitere Schritte im Verfahren werden für die kommenden Wochen erwartet.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).