In der Innenstadt von Porto halten Aktivisten die Praça D. João I auch am 14. Oktober besetzt. Sie protestieren gegen steigende Mieten und höhere Lebenshaltungskosten und rufen zu weiteren Versammlungen auf. Nach Angaben lokaler Medien übernachteten rund 50 Menschen im Freien auf oder nahe der Fläche. Die Initiative verknüpft den Protest mit dem Slogan direito à habitação und der Mobilisierung Não dá mais para viver assim.
Hintergrund ist eine Räumungsaktion vom 12. Oktober: Damals ließen die Polícia Municipal und die Polícia de Segurança Pública (PSP) in den frühen Morgenstunden Zelte entfernen, die seit dem Wochenende auf dem Platz standen. Die Stadt Porto verwies auf eine unrechtmäßige Inanspruchnahme des öffentlichen Raums und veranlasste im Anschluss die Reinigung der Fläche. Laut Berichten wurden persönliche Gegenstände der Teilnehmer eingesammelt; die Organisatoren kritisieren das Vorgehen als unverhältnismäßig.
Politische Reaktionen folgten umgehend. Vertreter des Bloco de Esquerda stellten im Parlament Fragen an das Innenministerium zur rechtlichen Grundlage der Maßnahme. Die zentrale Abwägung betrifft die Versammlungsfreiheit und die kommunalen Regeln für die Nutzung öffentlicher Flächen. Die Stadtverwaltung betonte, es handele sich nicht um ein genehmigtes Camp, sondern um eine fortgesetzte Besetzung; die Aktivisten entgegnen, sie hätten zu friedlichen Versammlungen aufgerufen und wollten vor Ort sichtbar bleiben.
Der Protest in Porto steht im Kontext landesweiter Mobilisierungen vom 10. Oktober, zu denen in mehreren Städten aufgerufen wurde. In Porto beteiligten sich nach Medienangaben deutlich mehr Menschen an den Kundgebungen als an der anschließenden Platzbesetzung. Dass die Aktion trotz der Entfernung der Zelte fortgesetzt wird, unterstreicht die Spannungen rund um die Wohnungspolitik, die zuletzt immer stärker in den Fokus lokaler und nationaler Debatten gerückt ist.
Offizielle Angaben zu Ermittlungen oder Verwaltungsverfahren im Zusammenhang mit der Räumung liegen bislang nicht vor. Während die Câmara Municipal do Porto am ordnungsrechtlichen Rahmen festhält, setzen die Organisatoren auf anhaltende Präsenz und breite Bündnisse mit Gewerkschaften, Parteien und zivilgesellschaftlichen Gruppen. Ob die anhaltende Besetzung zu politischen Zugeständnissen, gerichtlichen Klärungen oder erneuten Eingriffen der Behörden führt, ist offen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).