Wissenschaft & Technik

Studie listet 231 nicht heimische Meeresarten in Portugals Gewässern

Ein portugiesisches Forschungskonsortium hat eine aktualisierte, geprüfte Liste nicht heimischer Meeresarten für Festland, Azoren und Madeira vorgelegt und warnt vor Lücken bei Überwachung und Genetik.

Eine landesweite Studie, die am 12. August 2026 erschienen ist, bestätigt 231 nicht heimische Meeresarten in den Gewässern Portugals. Erfasst sind das Festland sowie die autonomen Regionen Azoren und Madeira. Die Autorengruppe, zu der Einrichtungen wie MARE und Universitäten in Lissabon und an der Algarve gehören, stützt sich auf klassische Taxonomie und ergänzende DNA-Nachweise.

Neben den morphologisch bestätigten Arten führen die Forschenden eine vorsorgliche Beobachtungsliste von 22 Taxa, die bisher nur genetisch nachgewiesen wurden und daher weiterer Validierung bedürfen. Als dominierender Einschleppungsweg wird der internationale Schiffsverkehr genannt; der Hafen von Sines gilt den Autorinnen und Autoren zufolge als wichtiges Einfallstor. Auch Aquakultur sowie der Freizeitbootverkehr tragen zur Verbreitung bei.

Die Studie beschreibt regionale Muster: Funde am Festland gehen häufig auf Ursprünge in gemäßigten Zonen des Nordpazifiks zurück, während die Archipele häufiger Arten mit nordatlantischem Ursprung aufweisen. Gleichzeitig identifiziert das Team erhebliche Lücken in genetischen Referenzdaten. Nur ein Teil der bestätigten Arten ist bislang mit lokal erzeugten Sequenzen hinterlegt. Das schränkt die Aussagekraft rein molekularer Überwachung ein und erschwert die eindeutige Zuordnung einzelner Funde.

Vor diesem Hintergrund empfehlen die Autorinnen und Autoren, Monitoringprogramme zu verstetigen, gezielt genetische Referenzsammlungen aufzubauen und Kontrollen von Ballastwasser zu präzisieren. Behörden sollten demnach verlässliche Compliance-Daten zur Behandlung von Ballastwasser erheben und veröffentlichen. Aussage und Bewertung werden klar getrennt: Während die 231 Arten als belegt gelten, bleibt die Liste der ausschließlich genetisch erfassten Taxa ausdrücklich vorläufig. Pauschale Aussagen zu ökologischen oder ökonomischen Auswirkungen einzelner Arten treffen die Forschenden nicht; solche Effekte seien artspezifisch zu prüfen.

Die aktualisierte Bestandsaufnahme schafft damit eine belastbare Grundlage für nationale Managementpläne und die Umsetzung europäischer Vorgaben zu invasiven gebietsfremden Arten. Für Portugal ergibt sich daraus vor allem die Aufgabe, die bekannten Einbringungswege enger zu überwachen und die Datenbasis für genetische Identifikationen zu verbreitern. Die Veröffentlichung in der Fachzeitschrift Marine Pollution Bulletin und begleitende Hinweise portugiesischer Forschungseinrichtungen unterstreichen den aktuellen Charakter des Berichts und seinen unmittelbaren Nutzen für die Meeresverwaltung.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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