Kurzmeldung
Die portugiesische Regierung hat den Verbleib der State Grid als Referenzaktionärin bei Redes Energéticas Nacionais (REN) ausdrücklich begrüßt. Finanzminister Joaquim Miranda Sarmento erklärte am 23. September 2026, es liege im strategischen Interesse Portugals, dass die State Grid Corporation of China ihre Schlüsselposition bei dem Netzbetreiber bewahrt. Das Staatsbeteiligungsvehikel Parpública war am 8. September 2026 in das Kapital von REN eingestiegen. Der Erwerb beruht auf einem Kaufvertrag mit Pontegadea, der ursprünglich am 14. August 2026 vereinbart wurde und nach dem positiven Vorabvotum des Tribunal de Contas vollzogen wurde.
Parpública erwarb dabei ein Paket von 91.723.676 Aktien, das nach den Mitteilungen der Beteiligten rund 13,7 Prozent des Unternehmens entspricht. Mit diesem Schritt ist der portugiesische Staat zum zweitgrößten Anteilseigner aufgestiegen; die State Grid hält unverändert rund 25 Prozent. Die Regierung betont, dass es nicht um Verstaatlichung, sondern um die Sicherung strategisch sensibler Infrastruktur, größere Einflussmöglichkeiten bei Investitionsentscheidungen und Stabilität in der Eigentümerstruktur gehe.
Kritische Stimmen fordern mehr Transparenz über Preisgestaltung und Bedingungen der Transaktion sowie eine klare rechtliche und regulatorische Prüfung möglicher Folgen für Governance und Netzwirtschaft. Das Tribunal de Contas hatte zuvor eine Bedingung für den Vollzug geprüft; diese Prüfung ist Teil der rechtlich vorgeschriebenen Kontrolle staatlicher Großtransaktionen.
Aus Regierungskreisen heißt es zudem, Lissabon habe Peking über den staatlichen Einstieg informiert und klargestellt, dass die Maßnahme die Stellung der State Grid nicht in Frage stelle. Unabhängige Beobachter sehen in einer staatlichen Beteiligung von bis zu 20 Prozent vor allem ein Gegengewicht zu großen Ankerinvestoren, ohne zwingend operative Eingriffe in das Management anzukündigen.
Ob die neue Eigentümerstruktur mittel- bis langfristig Änderungen in der Corporate Governance, in Investitionsprogrammen oder in regulatorischen Verfahren nach sich zieht, bleibt offen. Die Regierung führt an, dass eine stabilere Aktionärsbasis den Zugang zu Kapital für Netzausbau und die Integration erneuerbarer Energien erleichtern könne.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).