Der portugiesische Staat hat den Zukauf weiterer 5,3 Prozent an der Betreiberin der Strom- und Gasnetze, Redes Energéticas Nacionais, vereinbart. Parpública unterzeichnete nach Angaben des Ministerium der Finanzen und der Beteiligungsholding am 9. Oktober 2026 einen entsprechenden Vertrag mit der Versicherungsgesellschaft Fidelidade. Die Übertragung bedarf der vorherigen Zustimmung des Tribunal de Contas und ist bis zu diesem Votum rechtlich nicht wirksam.
Mit dem neuen Abkommen erreicht der Staat rechnerisch einen Anteil von 19 Prozent an Redes Energéticas Nacionais. Bereits Anfang September hatte Parpública die 13,7-prozentige Beteiligung von Pontegadea Inversiones übernommen. Größter Aktionär bleibt die State Grid Corporation of China mit rund 25 Prozent. Das Unternehmen betreibt die zentralen Übertragungsnetze für Strom und Gas und gilt als strategisch für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Energiewende.
Das Ministerium der Finanzen und Parpública erklärten, der Schritt diene dem Schutz des öffentlichen Interesses und der Sicherung einer strategischen Position im Aktionärskreis. Die Regierung betonte in ihrer Mitteilung, das Ziel einer staatlichen Beteiligung von bis zu 20 Prozent sei mit der nun vereinbarten Transaktion erreicht; darüber hinausgehende Zukäufe seien derzeit nicht geplant. Angaben zu Kaufpreis und Finanzierung machten die Stellen nicht; diese unterlägen dem Prüfverfahren des Tribunal de Contas und vertraglichen Abschlussbedingungen.
Die Zustimmung des Rechnungshofs ist in Portugal für Geschäfte mit öffentlicher Beteiligung obligatorisch und kann Auflagen oder Fristen enthalten. Erst nach einem positiven Votum wird die Übertragung rechtskräftig und in das Aktienregister eingetragen. Bis dahin verbleiben Stimmrechte und Dividendenansprüche formal beim bisherigen Eigentümer.
Beobachter verweisen darauf, dass ein stärkerer staatlicher Anteil die Governance und den regulatorischen Rahmen berühren kann. Mögliche Folgen betreffen Mitspracherechte bei Investitionsplänen, Netzentgelten, internationalen Partnerschaften sowie die Abstimmung mit der Regulierungsbehörde. Konkrete Änderungen in der Unternehmensführung oder im operativen Geschäft wurden bislang nicht angekündigt. Auch bleibt der Einfluss der State Grid Corporation of China als größter Einzelaktionär ein Faktor in der Aktionärsstruktur.
Die Regierung stellt den Schritt in den Kontext der energiepolitischen Ziele: Netzstabilität, Integration erneuerbarer Energien und Koordination mit grenzüberschreitenden Verbindungen. Ob und in welchem Zeitrahmen das Tribunal de Contas die Transaktion bestätigt, ist offen. Erst danach wäre die neue Beteiligung des Staates an Redes Energéticas Nacionais endgültig vollzogen.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).