Kultur

Staat übt Vorkaufsrecht für Manuskripte von Fernando Pessoa und weiteren Autoren aus

Der portugiesische Staat hat bei einer Juni-Auktion in Lissabon sein Vorkaufsrecht genutzt und Autographen von Fernando Pessoa und anderen Autoren für die Biblioteca Nacional de Portugal gesichert.

Der portugiesische Staat hat bei einer im Juni in Lissabon abgehaltenen Auktion sein gesetzliches Vorkaufsrecht ausgeübt und mehrere rare Manuskripte sowie Korrespondenzen bedeutender Schriftsteller für die öffentlichen Sammlungen erworben. Nach Angaben des Ministeriums für Kultur (Ministério da Cultura) wurden die Stücke für die Biblioteca Nacional de Portugal übernommen; die förmliche Abwicklung erfolgte am 10. August. Der Gesamtpreis beträgt 73.625,99 Euro, davon entfallen 47.464,10 Euro auf ein Pessoa-Konvolut und 26.161,89 Euro auf Dokumente weiterer Autoren.

Den Mitteilungen zufolge umfasst der Erwerb Autographen und Briefe von Fernando Pessoa, darunter Schreiben an Ofélia Queiroz. Hinzu kommen ein Autograph von Teixeira de Pascoaes mit dem Titel „O Homem Universal“, frühe Prosatexte von Vitorino Nemésio sowie Korrespondenz zwischen Camilo Castelo Branco und Ana Plácido. Die Lose stammten aus dem Katalog von Cabral Moncada Leilões, der einen „Núcleo Pessoano“ auswies und im Vorfeld auf die einschlägige Rechtslage hinwies, nach der bestimmte Angebote der Klassifizierung oder einem staatlichen Vorkaufsrecht unterliegen können.

Rechtliche Grundlage der Maßnahme ist das portugiesische Kulturgüterrecht, das dem Staat bei öffentlichen Veräußerungen das Recht einräumt, Objekte von hohem kulturellem Interesse zu sichern und in öffentliche Sammlungen zu überführen. Ziel ist es, kulturhistorisch bedeutsame Bestände dauerhaft zu bewahren und ihren Zugang für Forschung und Öffentlichkeit zu gewährleisten. Nach Ministeriumsangaben ergänzt der Ankauf das bereits vorhandene autographische Material in der Biblioteca Nacional de Portugal; insbesondere erweitern weitere Briefe an Ofélia Queiroz den vorhandenen Quellenbestand zu Fernando Pessoa.

Das Ministerium hob hervor, dass die Übernahmen neue Möglichkeiten der wissenschaftlichen Erschließung eröffnen. Konkrete Angaben zu Zeitplänen für Digitalisierung, Katalogisierung oder künftige Ausstellungen wurden bislang nicht gemacht. Zuständig für konservatorische, technische und kuratorische Entscheidungen ist die Biblioteca Nacional de Portugal. Damit bestätigt der Staat seine Linie, bei marktrelevanten Veräußerungen einzugreifen, wenn zentrale Zeugnisse der portugiesischen Literaturgeschichte betroffen sind. Welche weiteren Schritte – etwa Prioritäten in der Erschließung oder Formen der öffentlichen Präsentation – folgen, bleibt vorerst offen; maßgeblich sind die verfügbaren Ressourcen in Bibliothek und Archiv sowie der Zustand der erworbenen Dokumente.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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