Am 15. September 2026 stellte Filinto Lima, Präsident der Associação Nacional de Diretores de Agrupamentos e Escolas Públicas (ANDAEP), fest, dass die Platzknappheit zu Beginn des ano letivo 2026/2027 in der Region Lisboa so groß ist, dass einzelne Schulen ihre turmas kurzfristig über das gesetzlich zulässige Maximum erweitern oder zusätzliche Klassen öffnen könnten. Besonders betroffen seien die Metropolregion Grande Lisboa und die Península de Setúbal.
Das Ministério da Educação verweist auf laufende Maßnahmen zur Sicherung von Schulplätzen. Nach Ministeriumsangaben werden freie Unterrichtsstunden beschleunigt über die Direção-Geral da Administração Escolar (DGAE) besetzt; zugleich prüfen die Behörden organisatorische Schritte wie die Öffnung neuer turmas, räumliche Umstellungen und, wo nötig, zeitlich befristete Ausnahmen vom limite máximo de alunos por turma. Zudem sollen verfügbare vagas an Schulen mit Contratos de Associação einbezogen werden. Ob und wo formale Überschreitungen tatsächlich erfolgen, hänge von lokalen Entscheidungen der Schulleitungen und den jeweils verbindlichen Verwaltungsanweisungen ab.
Lima begründet die Engpässe mit mehreren, sich überlagernden Faktoren: einer gestiegenen Nachfrage in urbanen Räumen, innerjährigen Wechseln zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen sowie noch unbesetzten Lehrdeputaten nach den regulären Platzierungsrunden. Er betonte zugleich, das Ziel bleibe, allen Schülerinnen und Schülern zeitnah einen Platz zuzuweisen. In früheren Stellungnahmen hatte er diese Zusage für die laufende Woche in Aussicht gestellt; die Verantwortung für konkrete Zuweisungen liege jedoch beim Ministério da Educação und der DGAE.
Rechtlich sind die Klassengrößen in Portugal durch Obergrenzen geregelt; Ausnahmen bedürfen klar datierter Verwaltungsschritte. Das Ministerium signalisiert, dass der Schwerpunkt auf pragmatischen, kurzfristig wirksamen Lösungen liegt, um den Start des Schuljahrs abzusichern, ohne grundsätzliche Standards dauerhaft zu lockern. Parallel dazu laufen die üblichen Verfahren der Personalzuweisung über QZP, um Lücken in stark nachgefragten Zonen zu schließen.
Die Lage in Lisboa hat damit überregionale Bedeutung: Sie berührt die Kapazitätssteuerung des öffentlichen Schulnetzes, die kurzfristige Einsatzplanung von Lehrkräften und die Zusammenarbeit mit Schulen im Rahmen von Contratos de Associação. In den nächsten Tagen wird sich zeigen, ob die Kombination aus zusätzlichen turmas, schnelleren Zuweisungen durch die DGAE und punktuellen Ausnahmen vom limite máximo de alunos por turma reicht, um die verbliebenen vagas in Grande Lisboa und auf der Península de Setúbal zu schließen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).