Portugal und China haben die gemeinsame Comissão Mista de Ciência e Tecnologia wieder eingesetzt und die Ausarbeitung eines Plano de Ação Conjunto Portugal-China für die Jahre 2027 bis 2030 beschlossen. Laut einer Mitteilung des Governo de Portugal vom 19. Oktober 2026 sollen in diesem Rahmen prioritäre Forschungsfelder und Kooperationsinstrumente definiert werden, mit dem ausdrücklichen Ziel, Voraussetzungen für gemeinsame Finanzierungsmechanismen zu schaffen. Konkrete Fördersummen, Richtlinien oder Ausschreibungsfristen wurden nicht genannt.
Kern der Vereinbarung ist die politische Festlegung gemeinsamer wissenschaftlicher Prioritäten und die Abstimmung verwaltungstechnischer Verfahren, die bilaterale Projektförderungen ermöglichen könnten. Die Umsetzung soll ab 2027 ansetzen. Der aktuelle Schritt besteht damit vor allem in der strukturellen Vorbereitung eines Programms, nicht in der sofortigen Bewilligung neuer Mittel. Die portugiesische Seite verweist darauf, dass die Kommission ein Arbeitsprogramm ausarbeiten werde; belastbare Einzelbestimmungen liegen jedoch noch nicht vor.
Bereits existierende Kooperationen könnten von künftigen Kofinanzierungen profitieren. Öffentlich hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang die Beteiligung der Universidade NOVA de Lisboa an einem Sino‑Portugiesischen Labor für Optoelektronik in Macau. Solche Projekte zeigen, dass es aktive Partnerschaften gibt, die auf formalisierte Förderinstrumente warten. Offizielle Angaben zu Auswahlverfahren oder zur Rolle nationaler Agenturen fehlen bislang. Die Fundação para a Ciência e a Tecnologia verfügt zwar über erprobte Verfahren für bilaterale Ausschreibungen mit anderen Partnern, eine spezifische Bekanntmachung für ein Portugal‑China‑Programm liegt aber noch nicht vor.
Die nun bekräftigte Zusammenarbeit baut auf früheren politischen Verständigungen auf, in denen Portugal und China Leitplanken für wissenschaftliche und technologische Partnerschaften festgelegt haben. Der aktuelle Anlass ist jedoch die Wiederaufnahme der gemischten Kommission und der Auftrag, einen konkreten Aktionsplan zu erarbeiten.
Mit Blick auf die Folgen verspricht eine institutionalisierte finanzielle Zusammenarbeit größeren Zugang zu Infrastrukturen, mehr Forschungsmobilität und zusätzliche Projektchancen für Universitäten und Institute in Portugal. Zugleich stehen regulatorische Fragen an: Umgang mit geistigem Eigentum, Evaluationsstandards, Transparenzanforderungen und die Anerkennung von Qualifikationen müssen vereinheitlicht werden. Solange keine Ausschreibungsunterlagen veröffentlicht sind, bleiben Umfang, Tempo und genaue Architektur der Finanzierung offen. Die Regierung kündigt weitere Schritte im Zuge der Arbeit der Kommission an; bis dahin handelt es sich um einen politisch-administrativen Startschuss mit noch zu präzisierenden finanziellen Bedingungen.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).