Portugal und die Volksrepublik China haben am 14. Oktober 2026 die gemeinsame Comissão Mista de Ciência e Tecnologia wieder eingesetzt. Das teilte das Ministério da Educação, Ciência e Inovação in Lissabon mit. Der Schritt markiert die Rückkehr zu einer strukturierten wissenschaftlich‑technischen Zusammenarbeit, nachdem die Arbeit der Kommission seit 2019 ruhte. In den offiziellen Verlautbarungen wird Gesundheit ausdrücklich als prioritäres Feld genannt.
Der Beschluss fiel bei bilateralen Gesprächen in China zwischen dem portugiesischen Minister Fernando Alexandre und seinem chinesischen Amtskollegen Huai Jinpeng. Nach Angaben des Ministeriums sollen neben der Gesundheitsforschung auch Meereswissenschaften, Lebenswissenschaften und Biotechnologie sowie Aquakultur und Datenwissenschaften Schwerpunkte bilden. Zur Ausarbeitung konkreter Projekte und Instrumente ist eine technische Kommission vorgesehen.
Als nächster formeller Schritt ist ein gemeinsamer Aktionsplan für die Jahre 2027 bis 2030 angekündigt. Zeitplan, Fördersummen und Auswahlkriterien für Vorhaben wurden in den Mitteilungen nicht beziffert. Die Regierung verweist darauf, dass bestehende bilaterale Abkommen und Arbeitsbeziehungen fortgeführt und gebündelt werden sollen.
Der Wiederanlauf knüpft an eine lange Tradition wissenschaftlicher Kooperation zwischen beiden Ländern an. Portugiesische Forschungseinrichtungen hatten bereits in den vergangenen Monaten Inhalte vorbereitet. So behandelte eine Konferenz des Centro de Ciências do Mar (CCMAR) im September im Algarve Themen der Meeres- und Gesundheitsforschung mit chinesischen Partnern. Solche Projekte gelten der Regierung als Anknüpfungspunkte für den nun geplanten Aktionsplan.
Beobachter und Fachverbände begrüßen die Aussicht auf zusätzliche Förderkanäle und gemeinsame Infrastrukturen, verweisen jedoch auf notwendige Leitplanken. Genannt werden transparente Regeln zum Datenzugang, zum Schutz geistigen Eigentums sowie klare ethische Standards in der Gesundheitsforschung. In Portugal werden internationale Forschungsverbünde zudem regelmäßig auf sicherheitsrelevante und wirtschaftliche Abhängigkeiten geprüft. Die Regierung stellt in diesem Zusammenhang eine enge Abstimmung zwischen Ministerien und Aufsichtsstellen in Aussicht.
Ob und wann die Vereinbarungen zu großangelegten Gesundheitsprojekten führen, ist offen. Entscheidend wird sein, welche Prioritäten die technische Kommission setzt und wie rasch die Finanzierung greift. Grundlage der Berichterstattung sind die offiziellen Mitteilungen des Ministério da Educação, Ciência e Inovação und übereinstimmende Angaben aus unabhängiger Presseberichterstattung.
Redakteurin: Clara Simonichek (Artikel mit KI-Unterstützung).