Kurzmeldung
Acht Jahre nach Inkrafttreten der gesetzlichen Beschränkung des routinemäßigen Abtötens herrscht in portugiesischen kommunalen Aufnahmeeinrichtungen für Hunde und Katzen weiterhin erheblicher Druck. Gespräche und Berichte, zuletzt zusammengefasst von Medien, zeigen, dass viele Centros de Recolha Oficial (CRO) saisonale Spitzen, Personalengpässe und infrastrukturelle Defizite verzeichnen, die zu Überbelegung und längeren Verweildauern führen. Die gesetzliche Grundlage (u. a. Lei n.º 27/2016 und nachfolgende Regelungen) verbietet das Abtöten aus Gründen der Überbelegung; Ausnahmen bestehen nur aus medizinisch oder seuchenhygienisch begründeten Gründen. Das Ziel der Gesetzgebung war eine tierschutzorientierte Kehrtwende, die in der Praxis jedoch höhere organisatorische und finanzielle Anforderungen stellt.
Die Direção-Geral de Alimentação e Veterinária (DGAV) hat im Frühjahr 2026 mehrere Förderaufrufe und Erläuterungen veröffentlicht, die explizit Investitionen in CRO, Requalifizierungen zu Zentren für Tierwohl sowie Unterstützung für Sterilisationsprogramme vorsehen. Diese Maßnahmen deuten darauf hin, dass die zentrale Behörde das strukturelle Problem anerkennt und gezielt Mittel bereitstellt. Kommunale Vertreter:innen weisen allerdings darauf hin, dass Anträge, Planungszyklen und Bau- oder Umbauvorgänge Zeit benötigen — und dass kurzfristige Betriebskosten oft nicht ausreichend gedeckt sind.
Fachleute und Tierschutzorganisationen fordern ein abgestuftes Vorgehen: kurzfristige Betriebskostenzuschüsse zur Vermeidung von Notlagen, gezielte Mittel für infrastrukturelle Erweiterungen, verpflichtende Kapazitäts- und Notfallpläne sowie flächendeckende Sterilisations- und Kennzeichnungsprogramme, um die Zahl herrenloser und abgegebener Tiere nachhaltig zu reduzieren. Gleichwohl bleibt die Datenlage heterogen: Objektive, landesweit homogen erhobene Belegungszahlen fehlen weitgehend, weshalb regionale Unterschiede – etwa zwischen städtischen Ballungsräumen und dünn besiedelten Gemeinden – bestehen.
Die rechtliche Wende seit 2016/2018 hat den ethischen Rahmen verschoben; der praktische Erfolg hängt nun von verlässlicher Finanzierung, klaren Kapazitätsvorgaben und koordinierter Umsetzung zwischen DGAV, Kommunen und Zivilgesellschaft ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).