In Aveiro haben am 12. Oktober 2026 die offiziellen Arbeiten für den ersten Abschnitt der portugiesischen Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Porto und Lissabon begonnen. Auftraggeber ist die staatliche Infrastrukturverwaltung Infraestruturas de Portugal, den Bau des Anfangsteils übernimmt das Konsortium AVAN Norte. Der Auftakt markiert den Übergang von Planung und Vergabe in die Bauphase der Linha de Alta Velocidade.
Nach Angaben der Projektträger ist der neu gestartete Abschnitt Porto-Campanhã–Oiã Teil eines stufenweisen Vorgehens. Die Maßnahme soll die Reisezeit zwischen den Metropolen deutlich verkürzen und die Einbindung in europäische Schienennetze verbessern. In weiteren Abschnitten laufen Ausschreibungen und Planfeststellungen; konkrete Termine werden von den zuständigen Stellen erst nach Abschluss der jeweiligen Verfahren veröffentlicht.
Zum Beginn der Arbeiten gehören Vegetationsrodungen, Erdbau und geotechnische Sondierungen entlang der vorgesehenen Trasse. Lokal sind Verkehrsbeeinträchtigungen angekündigt. Die Finanzierung kombiniert Haushaltsmittel mit Elementen einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Parallel treibt der Staat die Fahrzeugseite voran: CP – Comboios de Portugal hat im Mai 2026 ein internationales Verfahren zur Beschaffung von Hochgeschwindigkeitszügen eröffnet.
Das Vorhaben ist in den nationalen Strategierahmen eingebettet. Es gehört zum Investitionsprogramm PNI 2030 und stützt sich auf den Plano Ferroviário Nacional. Rechtsgrundlagen des Projekts wurden durch mehrere Beschlüsse des Ministerrats geschaffen, darunter die Resolução do Conselho de Ministros n.º 68/2024, n.º 9/2026 und n.º 53/2026. Umweltverträglichkeitsprüfungen, technische Genehmigungen und Vergabeunterlagen sind für jeden Bauabschnitt maßgeblich.
Offen bleiben zentrale Eckdaten. Die Gesamtkosten hängen von Teilstücken und Vertragsmodellen ab und werden abschnittsweise beziffert. Auch der übergreifende Zeitplan bis zur Inbetriebnahme wird erst mit fortschreitenden Ausschreibungen und Baufortschritten belastbar. Die grenzüberschreitende Abstimmung mit Spanien ist politisch gewollt, erfordert jedoch gesonderte Vereinbarungen zu Trassen, Knotenpunkten und Fahrplankonzepten.
Die heutige Bauaufnahme ist damit ein politisch und infrastrukturell gewichtiger Schritt, ersetzt aber nicht die notwendigen Folgeentscheidungen. Verbindliche Aussagen zu Fertigstellungsjahren oder Endbudgets sind Prognosen, die an künftige, veröffentlichte Beschlüsse und Detailplanungen von Infraestruturas de Portugal und den beteiligten Ressorts gebunden bleiben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).