Gesellschaft

Porto: Veranstalter beenden Protestcamp auf Praça D. João I wegen angeblicher Infiltration

Die Organisatoren der Wohnungsproteste lösten in der Nacht zu Freitag die Versammlung in Porto auf. Begründet wurde der Schritt mit einer Infiltration anderer Gruppen; Polizei und Aktivisten schildern vorausgegangene Einsätze und Verletztenzahlen widersprüchlich.

Die Organisatoren der Proteste für das Recht auf Wohnraum haben in der Nacht zum 16. Oktober die sofortige Auflösung der Versammlung auf der Praça D. João I in Porto angeordnet. Nach Angaben der Sprecher stand die Entscheidung gegen 01:20 Uhr fest. Sie begründeten den Schritt mit einer angeblichen Infiltration durch andere Gruppen, die den zuvor als friedlich geplanten Protest gestört haben sollen. Die Maßnahme sei der Vermeidung weiterer Konflikte geschuldet; die verbliebenen Teilnehmerinnen und Teilnehmer verließen daraufhin den Platz.

Das Movimento pela Habitação hatte zuvor intern für eine Fortsetzung der Mahnwache bis zum 20. Oktober votiert. Dem gingen Tage mit angespannten Lagen voraus: Die Polizei PSP war in der Woche zu mehreren Nachtaktionen ausgerückt, um Zelte zu entfernen. Die Stadtverwaltung Câmara do Porto hatte das dauerhafte Aufstellen von Zelten auf dem zentralen Platz untersagt und auf das kommunale Ordnungsrecht verwiesen. Aktivistinnen und Aktivisten kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte als unverhältnismäßig und bestanden auf dem Anliegen bezahlbaren Wohnraums.

Zur Zahl der Verletzten kursieren divergierende Darstellungen. Medien berichten von Dutzenden Betroffenen, wobei die Angaben von Veranstaltern und PSP zur Zahl und Schwere der Verletzungen auseinandergehen. Die Polizei verwies auf Widerstandshandlungen bei einzelnen Maßnahmen und kündigte an, Videomaterial zu sichern und einen Bericht an die Staatsanwaltschaft zu übermitteln. Die Organisatoren bestreiten Provokationen aus den eigenen Reihen und führen Eskalationen auf externe Störer sowie auf die Einsatzführung zurück.

Ob und in welcher Form die Aktionen fortgesetzt werden, blieb zunächst offen. Aus dem Umfeld des Movimento pela Habitação hieß es, eine Rückkehr auf die Praça D. João I werde geprüft; dies hänge vom weiteren Vorgehen der PSP und von Entscheidungen der Câmara do Porto ab. Konkrete Informationen über mögliche verwaltungs- oder strafrechtliche Schritte gegen Beteiligte lagen am Freitagmorgen nicht vor.

Die Auseinandersetzung spiegelt eine landesweit geführte Debatte über Mieten, touristische Nutzung und Wohnraummangel. In Porto war die Praça D. João I in den vergangenen Tagen zum Mittelpunkt des Protests geworden. Die nun angeordnete Auflösung markiert vorerst eine Zäsur, ohne die Grundkonflikte zu entschärfen: Der Streit um Regeln für öffentliche Räume trifft auf die Forderung nach raschen politischen Antworten auf die Wohnungskrise.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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