Die portugiesische Seebehörde hat am Nachmittag des 17. September 2026 ein führerloses Hochgeschwindigkeitsboot rund sieben Seemeilen südlich der Küste bei Lissabon gesichert. Die Operation wurde von der Polícia Marítima durchgeführt, mit operativer Unterstützung der Marinha Portuguesa und unter Koordination der Polícia Judiciária. Das Boot wurde nach Lissabon geschleppt, wo Ermittlungen und forensische Maßnahmen eingeleitet wurden.
Nach Angaben der Autoridade Marítima Nacional handelt es sich um den zweiten derartigen Fund binnen zwei Tagen. Bereits am 16. September 2026 stoppten Einsatzkräfte in der Nähe der Tejo-Mündung ein weiteres Hochgeschwindigkeitsboot. Dabei wurden nach Behördenangaben elf Personen festgenommen und Ausrüstung sichergestellt, die typischerweise zur logistischen Unterstützung maritimer Schmuggelrouten dient. Die Behörden führen die zeitliche Nähe der Einsätze als Hinweis auf eine erhöhte operative Aufmerksamkeit im Küstenraum an.
Zu Eigentumsverhältnissen, technischer Ausstattung oder möglicher Ladung des am 17. September sichergestellten Bootes machten die Behörden bislang keine Angaben. Ermittler sicherten Spurenmaterial und werten Navigations- sowie Kommunikationsdaten aus, um Herkunft, Zweck und mögliche Verbindungen zu kriminellen Netzwerken zu klären. Ob und in welchem Umfang daraus Haft- oder Anklageentscheidungen folgen, liegt bei der zuständigen Justizbehörde.
Die portugiesischen See- und Sicherheitsbehörden registrieren seit Längerem wiederkehrende Einsätze gegen sogenannte narcolanchas: schnelle, flach bauende Boote, die häufig mit wenig Personal oder leer angetroffen werden, nachdem Ladungen oder Personen zuvor an Land gebracht wurden. Beide aktuellen Maßnahmen fügen sich in dieses Muster ein, ohne dass die Behörden bislang einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Booten öffentlich bestätigt haben.
Die Autoridade Marítima Nacional, die Polícia Marítima, die Marinha Portuguesa und die Polícia Judiciária kündigten an, die Überwachung im maritimen Raum fortzusetzen und die Zusammenarbeit bei Lagebildern und Einsätzen zu vertiefen. Ziel ist es, Transportketten für Betäubungsmittel über den Atlantik und entlang der portugiesischen Küste frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden. Der aktuelle Fall markiert eine weitere sichtbare Intervention im Raum Südlissabon und an der Tejo-Mündung, einem Abschnitt, der in der Vergangenheit wiederholt im Fokus von Maßnahmen gegen grenzüberschreitende Drogenkriminalität stand.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).