Der portugiesische Staat kehrt über die Beteiligungsholding Parpública als Aktionär bei REN – Redes Energéticas Nacionais zurück. Nach Mitteilungen an die Comissão do Mercado de Valores Mobiliários (CMVM) wurde am 14. bzw. 15. August ein Vertrag mit Pontegadea Inversiones über die Übertragung von 91.723.676 REN‑Aktien geschlossen. Das Paket entspricht etwa 13,7 Prozent des Grundkapitals. Angaben zum Kaufpreis wurden in den veröffentlichten Meldungen nicht gemacht.
Die Transaktion steht unter der aufschiebenden Bedingung des Vistos durch den portugiesischen Rechnungshof Tribunal de Contas. Erst mit dessen Genehmigung kann der Vollzug erfolgen; Zeitpunkt und endgültige Zahlungsmodalitäten bleiben bis dahin offen. REN weist den Status als regulierter Betreiber sowohl des nationalen Höchstspannungs‑Stromnetzes als auch des Gastransportnetzes in Portugal auf. Damit betrifft der Anteilswechsel zentrale Infrastruktur.
Pontegadea Inversiones, die Investmentgesellschaft des Unternehmers Amancio Ortega, war in den vergangenen Jahren als bedeutender Minderheitsaktionär bei REN engagiert. Mit dem vereinbarten Verkauf reduziert Pontegadea seine Beteiligung an dem Netzbetreiber deutlich oder gibt sie vollständig ab. Ob Pontegadea nach dem Vollzug noch Anteile hält, geht aus den bislang vorliegenden Angaben nicht hervor.
Mit dem Wiedereinstieg des Staates über Parpública gewinnt die öffentliche Hand wieder direkten Einfluss auf den Netzbetreiber. In Marktanalysen wird der Schritt als strategische Beteiligung zur Stärkung der Versorgungssicherheit und zur Mitwirkung an der Investitionsplanung in Strom‑ und Gasnetze eingeordnet. Eine umfassende Renationalisierung ist damit nicht verbunden; REN bleibt eine börsennotierte, regulierte Gesellschaft mit privater Eigentümerstruktur.
Nächste verfahrensrechtliche Schritte sind die Entscheidung des Tribunal de Contas über das Visto und etwaige Folgemitteilungen an die CMVM zu Abschluss und Struktur des Kaufs. Erst danach lässt sich der konkrete Einfluss auf die REN‑Gremien, etwa Stimmrechte und künftige Personalentscheidungen, präzise beziffern. Bis dahin gilt: Die wesentlichen Eckpunkte – Vertragsabschluss, Umfang von rund 13,7 Prozent und die Bindung an das Visto – sind aktenkundig; Preis und Closing‑Termin wurden nicht veröffentlicht.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).