In Portugal und Spanien berichten 38 Prozent der befragten Fachkräfte von einem Einkommensplus durch den Einsatz künstlicher Intelligenz. Das geht aus der im September 2026 veröffentlichten Erhebung State of European AI Builders 2026 des Vermittlers Shakers hervor. Die Studie wertet Antworten von Technologie- und Digitalprofilen in mehreren europäischen Märkten aus und weist für die iberischen Länder eine messbare Einkommenswirkung aus.
Als Treiber identifiziert die Untersuchung den produktiven Einsatz von KI‑Werkzeugen in der täglichen Arbeit – etwa bei automatisierten Routinen, Datenaufbereitung oder Text- und Codegenerierung. Überdurchschnittlich häufig berichten Freiberufler von direkten Honorar- oder Stundensatzsteigerungen. In Festanstellungen werden die Effekte seltener unmittelbar als Gehaltsplus beziffert, wirken aber nach Angaben der Befragten auf Vertragsverlängerungen, Bonuskomponenten und Rollenwechsel.
Die Veröffentlichung fand in Portugal und Spanien breite Resonanz. Medienberichte, darunter von Europa Press sowie Fachportale in Portugal, heben die 38‑Prozent‑Quote als Kernergebnis hervor und ordnen sie in einen europäischen Trend ein: Unternehmen, die KI rasch einführen, berichten häufiger von Produktivitätsgewinnen, die einzelne Berufsgruppen bereits in Vergütung umsetzen. Gleichzeitig bleibt der Effekt ungleich verteilt – je nach Branche, Qualifikation und Beschäftigungsform. Ein Teil der Befragten nutzt KI zwar regelmäßig, meldet aber keinen direkten Einfluss auf das Einkommen oder macht die Nutzung gegenüber Arbeitgebern nicht transparent.
Für den portugiesischen Arbeitsmarkt stellt die Studie damit weniger eine Ausreißerbeobachtung als ein Zwischenstand der Anpassung dar. Personalverantwortliche und Vermittler sehen sich vor der Aufgabe, Stellenprofile, Anforderungsniveaus und Vergütungsmodelle an veränderte Leistungsfaktoren anzupassen. Bildungs- und Weiterbildungsanbieter in Portugal reagieren bereits mit Kursen zu generativer KI, Datenkompetenz und Prompting. Wirtschaftlich bedeutsam ist, ob diese Qualifizierungsangebote breit genug wirken, um eine Spreizung der Einkommen zwischen KI‑affinen und KI‑fernen Tätigkeiten zu begrenzen.
Politisch rückt damit die Frage in den Fokus, wie Regulierung, Sozialversicherung und Förderinstrumente den Übergang flankieren. Während Tarifsysteme und interne Gehaltsbänder oft träge reagieren, entstehen im freiberuflichen Segment schneller Marktpreise für nachgefragte KI‑Kompetenzen. Die Shakers‑Erhebung liefert hierfür Momentaufnahmen aus Portugal und Spanien, ersetzt aber keine amtliche Statistik. Sie zeigt dennoch, dass sich die ökonomischen Effekte von KI im Alltag vieler Beschäftigter bereits bemerkbar machen – und dass die Verteilung dieser Effekte genau beobachtet werden sollte.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).