Mitglieder der Partei Chega haben am 12. Oktober 2026 in Coimbra das Studio der Rádio Universidade de Coimbra betreten und eine laufende Live-Sendung unterbrochen. Unter den Beteiligten waren nach übereinstimmenden Berichten die Abgeordneten Rita Matias und Madalena Cordeiro. Die Polícia de Segurança Pública (PSP) wurde gerufen und beendete die Situation vor Ort. Angaben zu Festnahmen oder Verletzten lagen bis zum Redaktionsschluss nicht vor.
Der Vorfall ereignete sich in Räumen der Associação Académica de Coimbra (AAC), in denen die Rádio Universidade de Coimbra (RUC) ihre Studios betreibt. Zum Zeitpunkt des Eindringens lief eine Debatte mit Vertretern verschiedener Jugendorganisationen. Anwesende berichteten, die Aktion habe die Sendung unterbrochen. Die PSP bestätigte ihre Intervention gegenüber lokalen Medien; detaillierte Informationen zu möglichen Ermittlungen wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Hintergrund des Protests ist ein Konflikt zwischen Chega-Vertretern und der AAC über Zugangsregeln zu Veranstaltungen und Einrichtungen der Studierendenvereinigung. Nach Angaben aus dem Umfeld der Partei sieht Chega darin eine Benachteiligung und forderte gleichberechtigten Zugang, auch zur laufenden Debatte. Die AAC hatte zuvor Einschränkungen für bestimmte parteipolitische Auftritte in ihren Räumen angekündigt oder praktiziert. Eine präzise schriftliche Stellungnahme der AAC zu Zeitpunkt, Reichweite und Begründung dieser Regeln lag zunächst nicht vor.
Die RUC ist das Hochschulradio der Universidade de Coimbra und versteht sich als redaktionell eigenständiges Medium innerhalb der Studierendenschaft. Die Störung eines Live-Studios durch Abgeordnete hat über den lokalen Rahmen hinaus Bedeutung, weil sie Fragen nach der Abgrenzung zwischen politischem Protest, redaktioneller Autonomie und dem Schutz universitärer Einrichtungen aufwirft. Juristisch kommt je nach Sachverhalt unter anderem der Tatbestand des unbefugten Eindringens in Betracht; ob entsprechende Anzeigen erstattet wurden, war am Montag noch unklar.
Von Chega, der AAC und der RUC wurden bis zum Nachmittag keine ausführlichen öffentlichen Erklärungen mit deckungsgleichen Detailangaben zu Ablauf und Verantwortlichkeiten veröffentlicht. Medienberichte stützen jedoch übereinstimmend den Kern des Vorgangs: Chega-Mitglieder, darunter die Abgeordneten Rita Matias und Madalena Cordeiro, drangen während einer Live-Sendung in das RUC‑Studio ein, die PSP griff ein, und es gab zunächst keine verlässlichen Hinweise auf Festnahmen. Weitere Entwicklungen hängen von möglichen Stellungnahmen der Institutionen und der Polizei ab.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).