José Manuel Bolieiro, Präsident des Governo dos Açores, hat anlässlich der Feierlichkeiten zu 50 Jahre Autonomie die Azoren als „innovativ, nachhaltig und relevant im Atlantik“ beschrieben und vom portugiesischen Staat mehr strategische Unterstützung gefordert. In jüngsten Auftritten auf den Inseln und in Lissabon verlangte er zusätzliche Mittel für Forschung, Meeresüberwachung, Sicherheit und die sogenannte blaue Wirtschaft, damit die Lage des Archipels im Atlantik wirtschaftlich und geopolitisch besser genutzt wird.
Bolieiro knüpft damit an eine Debatte an, die durch das Jubiläumsjahr der Autonomie der Regionen Azoren und Madeira neuen Schwung erhalten hat. Der Regierungschef der Azoren hob hervor, dass die Inseln als westlichster Vorposten der Europäischen Union eine besondere Verantwortung tragen. Er verband diese Einordnung mit konkreten Prioritäten: Ausbau maritimer Forschungskapazitäten, Modernisierung von Häfen und Kommunikation, Stärkung der Such- und Rettungsdienste sowie eine robuste Sicherheitsarchitektur im See- und Luftraum.
Nach Angaben aus amtlichen Mitteilungen der Regionalregierung laufen mehrere Projekte, die diesen Kurs unterlegen, darunter die Beschaffung eines ozeanographischen Forschungsschiffs und Programme zur Förderung von Innovation und Nachhaltigkeit. Zugleich machte Bolieiro deutlich, dass über die regionale Ebene hinaus Entscheidungen in Lissabon und in der Europäischen Union über Finanzierungsrahmen und Zuständigkeiten maßgeblich sind. Die Azoren versteht er als Plattform für Kooperationen in Nato und EU – nicht als abgeschlossene Inselökonomie, sondern als Drehscheibe für Wissenschaft, Sicherheit und Energie im Atlantik.
Unstrittig ist, dass der Inselraum zugleich besonderen Risiken ausgesetzt ist. Bolieiro verwies auf vulkan- und wetterbedingte Gefahren sowie auf neue geopolitische Spannungen, die eine zuverlässige Präsenz von Staat und Partnern erfordern. Daraus leitet die Regionalregierung Forderungen nach verlässlichen Finanzzusagen ab: für mehr Forschungspersonal, für Ausbildung in maritimen Berufen, für digitale und ökologische Transformation und für Infrastrukturen mit doppeltem Nutzen – zivil und sicherheitsrelevant.
Die Aussagen sind politisch-programmatisch; konkrete Zusagen des Zentralstaats liegen nach derzeitigem Stand nur in Teilen vor. Regionale Medien und amtliche Mitteilungen dokumentieren jedoch, dass die Regierung der Azoren den Kurs über das Jubiläumsjahr hinaus verstetigen will: wissenschaftliche Exzellenz, ökologische Tragfähigkeit und strategische Anbindung sollen die Wettbewerbsfähigkeit der Azoren erhöhen – und die Rolle der Inseln im atlantischen Raum festigen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).