Kurzmeldung
Am 12. Oktober 2026 verbreitete das Portal Canal Alentejo (SAPO) die Aussage, die Universidade do Porto (U.Porto) habe 211 Forschende unter den „meistzitierten der Welt“ im Jahr 2025. Eine systematische Überprüfung der relevanten Primärquellen ergab, dass diese konkrete Zahl nicht belegt ist. Auf der offiziellen Informationsseite von Clarivate zur Liste Highly Cited Researchers 2025 findet sich kein institutionell attribuierter Wert von 211 für die Universidade do Porto; die Clarivate‑Publikation nennt einzelne Personen und Felder, nicht aber eine aggregierte, öffentlich ausgewiesene Zahl von 211 für diese Institution. Parallel kommuniziert die Universidade do Porto selbst für die einschlägige Aktualisierung der Stanford/Elsevier‑Auswertung „World’s Top 2% Scientists“ 2024 einen Wert von 205 Forschenden mit Zugehörigkeit zur U.Porto. Diese Universitätsmeldung ist datiert und nennt die zugrundeliegende Rangliste ausdrücklich, sie belegt jedoch nicht die in der SAPO‑Meldung genannte Zahl 211 für 2025.
Die Diskrepanz lässt sich plausibel durch Verwechslungen verschiedener Ranglisten und Zählweisen erklären. Clarivate (Highly Cited Researchers, auf Web of Science basierend) und die „World’s Top 2% Scientists“-Liste (mit Scopus‑Daten, erstellt von Forschenden an der Stanford University und von Elsevier verbreitet) nutzen unterschiedliche Datenquellen, Normalisierungen, Bezugszeiträume und Regeln zum Umgang mit Mehrfachaffiliationen. Werden diese Unterschiede nicht klar ausgewiesen, können leicht unterschiedliche Summen für dieselbe Institution entstehen.
Die konkrete Formulierung, die U.Porto habe „211 der meistzitierten Forschenden der Welt“ im Jahr 2025, ist anhand der geprüften Primärquellen unbelegt. Korrekte, überprüfbare Berichterstattung müsste die verwendete Liste, den Bezugszeitraum und die angewandte Zählregel nennen. Ohne ein datiertes, öffentlich zugängliches Statement der Universidade do Porto oder ein eindeutig referenziertes Primärdokument eines Listenherausgebers, das die Zahl 211 ausweist, bleibt die Behauptung nicht verifizierbar.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).