Die Universidade do Porto hat am 15. Oktober 2026 die zweiten Jornadas de Ciência Aberta eröffnet. Unter dem Leitmotiv „Por uma Investigação Transparente e Responsável“ debattieren Forschende, Verwaltungsmitarbeitende, Promovierende und Vertreterinnen und Vertreter einschlägiger Institutionen Wege zu einer offeneren Forschungspraxis – von Publikationen über Repositorien bis zum Datenmanagement. Der aktuelle Aufhänger ist die weitere Umsetzung der universitätsweiten Politik für offene Wissenschaft, die konkrete Werkzeuge und Schulungen für den Umgang mit Veröffentlichungen, Daten und Forschungsprozessen verankern soll.
Im Zentrum stehen drei Felder, die in Portugal wie international besonders umstritten sind: erstens die Finanzierung und Anreizsetzung für Open-Access-Publikationen, zweitens der Umgang mit personenbezogenen Daten zwischen Datenschutz, Ethik und Nachnutzbarkeit, drittens die Qualitätssicherung offener Formate einschließlich Peer Review und Reproduzierbarkeit. Nach Angaben der Universitätsleitung werden interne Vorgaben mit Erwartungen externer Akteure abgeglichen, darunter Förderauflagen und nationale Leitlinien.
Hintergrund ist die 2024 verabschiedete Política de Ciência Aberta der Universität, die Grundsätze für frei zugängliche Veröffentlichungen, institutionelle Repositorien und Datenstandards festlegt. In den vergangenen Monaten hat die Reitoria dafür Programme gestartet, die Forschende beim Archivieren, beim Open-Access-Publizieren und beim Erstellen nachnutzbarer Datensätze unterstützen. Zu den vorgesehenen nächsten Schritten zählen ein Ausbau der Schulungsangebote, die Weiterentwicklung technischer Infrastrukturen und klarere Kriterien in internen Evaluationen, damit Offenheit in Karriere- und Leistungsbewertungen berücksichtigt wird.
Teilnehmende verweisen darauf, dass die Öffnung der Forschung ohne passende Anreize und verlässliche Finanzierung ins Leere laufen könne. Insbesondere Publikationsgebühren, der Aufwand für Datenaufbereitung und die Sicherung sensibler Informationen erforderten planbare Fördermechanismen. Eine koordinierende Rolle komme dabei der Fundação para a Ciência e a Tecnologia zu, deren Programme für offene Wissenschaft maßgebliche Signale an Hochschulen und Forschungseinrichtungen senden.
Die Universität gilt als einer der wichtigsten Forschungsakteure des Landes. Entscheidungen und praktische Lösungen, die in Porto erprobt werden, können damit über den Campus hinaus Wirkung entfalten. Konkrete Beschlüsse und Maßnahmen aus den Fachpanels sollen laut Universität in einer anschließenden Mitteilung festgehalten werden. Maßstab für den Erfolg der Tage ist, ob sie messbare Fortschritte bei frei zugänglichen Publikationen, stabilen Repositorien und qualitativ hochwertigen, wiederverwendbaren Datensätzen anstoßen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).