Die Banco de Portugal sieht gute Voraussetzungen dafür, dass Portugal im Jahr 2026 und auch 2027 einen Haushaltsüberschuss oder ein annähernd ausgeglichenes Ergebnis erreichen kann. Das bekräftigte Álvaro Santos Pereira bei der Vorstellung des neuen Boletim Económico am 7. Oktober 2026 in Lisboa. Die Notenbank verweist auf eine festere Konjunktur, robuste Ausfuhren und Impulse aus dem Plano de Recuperação e Resiliência.
Mit dem Bericht hob die Banco de Portugal ihre Wachstumsprojektion für 2026 auf 2,3 Prozent an und nahm auch die Erwartung für 2027 leicht nach oben. Diese Revision verbessere die Ausgangslage für den Staatshaushalt, heißt es in der Analyse. Zugleich mahnt die Notenbank, dass ein dauerhafter Überschuss von strikter Ausgabendisziplin abhängt. Als Risiken nennt sie insbesondere mögliche erneute Energiepreisschocks und steigende Zinskosten, die den Budgetpfad belasten könnten.
Der Befund ist politisch bedeutsam, weil in Kürze der Entwurf des Orçamento do Estado für 2027 vorliegt. Nach Einschätzung der Banco de Portugal könnte ein günstiger Basiseffekt in Verbindung mit höheren Einnahmen dem Finanzministerium begrenzten Spielraum eröffnen, etwa für zielgenaue Entlastungen, ohne den Konsolidierungspfad zu gefährden. Die Verantwortung für fiskalische Entscheidungen liegt jedoch beim Ministerium der Finanzen und beim Parlament.
Santos Pereira betonte, dass die aktuellen Projektionen kein Freibrief für Lockerungen seien. Entscheidend bleibe, die laufenden Primärausgaben zu kontrollieren und prioritäre Investitionen planbar zu halten. Außenwirtschaft und Arbeitsmarkt dürften den Aufschwung stützen; zugleich rechnet das Boletim Económico mit einem moderateren Beschäftigungsaufbau als im laufenden Jahr.
Die Einschätzung wurde tagsüber breit von portugiesischen Medien und der Agentur Lusa aufgegriffen. Bestätigte Haushaltsdaten veröffentlicht die Banco de Portugal turnusgemäß in ihren monatlichen Statistiken; das endgültige Jahresergebnis 2026 folgt den gesetzlichen Fristen. Unabhängig davon gilt: Für die mittelfristige Schuldentragfähigkeit wären fortgesetzte Überschüsse zentral, weil sie den Schuldenstand im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt weiter senken.
Im Vergleich zu früheren Ausblicken verweist die Notenbank auf stärker als erwartet laufende Exporte sowie die fortgesetzte Umsetzung des europäischen Wiederaufbauprogramms PRR. Prognosen bleiben indes an Annahmen gebunden: Die Banco de Portugal stellt klar, dass externe Schocks und Finanzierungsbedingungen die Spanne der Ergebnisse verbreitern können. Damit sind die Überschussziele erreichbar, aber nicht garantiert.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).