Der Banco de Portugal hat seine Konjunkturprognose angehoben. Im Boletim Económico vom 7. Oktober 2026 veranschlagt die Zentralbank für Portugal nun ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,3 Prozent im Jahr 2026 und 1,8 Prozent für 2027. Damit fällt der Ausblick spürbar optimistischer aus als in der Juni-Projektion; für 2026 handelt es sich um eine Anhebung um rund 0,5 Prozentpunkte, für 2027 um etwa 0,2 Punkte. Zugleich liegt die neue Einschätzung über der im April von der Regierung genannten Marke von zwei Prozent für 2026.
Als Treiber der Aufwärtsrevision nennt der Banco de Portugal eine stärkere Binnen- und Außenkonjunktur. Der Mittelzufluss aus dem Plano de Recuperação e Resiliência stützt den Angaben zufolge die Investitionen, während die Exporte dynamischer verlaufen als bislang erwartet. Zusätzlich wirkten fiskalische Impulse und eine günstigere Nachfragesituation kurzfristig stabilisierend. Insgesamt bescheinigt die Zentralbank der portugiesischen Wirtschaft eine höhere Widerstandskraft gegenüber externen Schocks.
Gleichzeitig betont der Bericht die weiterhin vorhandenen Risiken. Die Teuerung dürfte 2026 zwar moderat, aber erhöht bleiben; mittelfristig rechnet die Zentralbank mit einer graduellen Rückkehr zur Preisstabilität. Beim Staatshaushalt erkennt der Banco de Portugal verbesserte Kennziffern, verweist jedoch auf Unsicherheiten durch den Zinszyklus sowie strukturelle Ausgaben. Auf der Außenseite bleiben die Entwicklung der Auslandsnachfrage und mögliche Störungen in Lieferketten wesentliche Unwägbarkeiten.
Die neuen Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Haushaltsberatungen und die Diskussion über Prioritäten bei öffentlichen Investitionen Fahrt aufnehmen. Für die Finanz- und Investitionsplanung in Unternehmen und Verwaltung verbessert die Aktualisierung die kurzfristige Ausgangslage; sie signalisiert zugleich, dass das Wachstum im internationalen Vergleich moderat bleibt und weiterhin von der wirksamen Umsetzung des Aufbau- und Resilienzplans abhängt.
Die Veröffentlichung des Boletim Económico liefert damit eine aktualisierte Grundlage für wirtschaftspolitische Entscheidungen in Portugal. Aussagen über Ursachen und Risiken beruhen auf der Bewertung des Banco de Portugal; politische Folgerungen bleiben den zuständigen Institutionen vorbehalten.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).