Auf den Azoren läuft seit 19. August 2026 eine Pionierstudie: Forschende untersuchen in den Gewässern rund um Santa Maria, ob die dort im Sommer regelmäßig auftauchenden Mobula-Rochen trächtig sind. Das Projekt wird unter Beteiligung der Universidade dos Açores umgesetzt. Ziel ist, den Reproduktionsstatus der Tiere erstmals systematisch für den Archipel zu erfassen und die ökologische Rolle lokaler Hotspots präziser zu bestimmen. Das berichtete RTP Açores.
Der Anlass ist wiederkehrend: In den Sommermonaten werden nahe Santa Maria und an weiteren Stellen der Região Autónoma dos Açores regelmäßig Gruppen von Teufelsrochen beobachtet. Sichtungen deuten seit Jahren darauf hin, dass ein erheblicher Anteil der Tiere weiblich ist und morphologische Merkmale zeigt, die auf Trächtigkeit hindeuten könnten. Belege im strengen wissenschaftlichen Sinn – etwa zur Häufigkeit trächtiger Individuen oder zur zeitlichen Einordnung von Fortpflanzungsphasen – lagen für den Archipel bislang nicht in standardisierter Form vor.
Die laufende Kampagne verbindet strukturierte Sichtbeobachtungen mit Foto-Identifikation, um einzelne Tiere wiederzuerkennen und Aufenthaltsmuster über die Saison hinweg zu dokumentieren. Ergänzend werden Umweltparameter wie Sichttiefe, Wassertemperatur und Strömungsverhältnisse erhoben, um mögliche Zusammenhänge zwischen Bedingungen vor Ort und dem Auftreten der Rochen zu prüfen. Die Forschenden betonen, dass nichtinvasive Verfahren im Vordergrund stehen und dass zunächst Indizien gesammelt werden, bevor weitergehende Schlussfolgerungen gezogen werden.
Aus Naturschutz- und Managementperspektive ist der Ansatz bedeutsam: Sollten die Gewässer um Santa Maria für trächtige Weibchen eine besondere Funktion erfüllen, könnte dies Folgen für die räumliche Steuerung von Nutzung haben – etwa für Anker-, Durchfahrts- und Tauchregelungen in besonders sensiblen Zonen. Zugleich würde die Studie Wissenslücken zur Biologie von Mobula in einem für den Nordostatlantik wichtigen Lebensraum schließen und die Grundlage für künftige Schutzprioritäten in der Região Autónoma dos Açores verbessern.
Den Projektbeteiligten zufolge sind belastbare Ergebnisse erst nach Abschluss der Feldsaison und nachfolgender Auswertung zu erwarten. Erste Beobachtungen gelten ausdrücklich als vorläufig; Zwischenergebnisse sollen schrittweise veröffentlicht werden. Damit wird eine Grundlage geschaffen, um mögliche Schutzmaßnahmen mit aktueller Datengrundlage zu prüfen oder anzupassen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).