Die Rückkehr zweier in der Westbank festgenommener portugiesischer Staatsbürger verzögert sich und soll nun erst am Samstag erfolgen. Das bestätigte das Ministério dos Negócios Estrangeiros der Nachrichtenagentur Lusa. Einer der beiden ist nach Ministeriumsangaben Journalist; beide seien körperlich unversehrt.
Die Männer waren am 8. Oktober nahe dem Ort Rantis von israelischen Sicherheitskräften festgesetzt worden. Nach bisherigem Kenntnisstand wurden sie von den Forças de Defesa de Israel in Gewahrsam genommen und später zur Ausreise freigegeben. Portugals diplomatische Vertretungen begleiteten den Fall von Beginn an: Die Representação de Portugal em Ramallah stand in Kontakt mit den israelischen Stellen, und die Embaixada de Portugal em Telavive koordinierte konsularische Besuche.
Ursprünglich war die Ankunft in Portugal für Freitag in Aussicht gestellt worden. Wegen logistischer Hürden teilte das Außenministerium jedoch mit, dass die Rückführung auf Samstag verschoben wurde. Nach aktueller Planung soll die Ausreise per Flugzeug erfolgen. Angaben zu konkreten strafrechtlichen Vorwürfen liegen den portugiesischen Behörden bislang nicht vor. Israelische Stellen veröffentlichten nach portugiesischer Darstellung keine detaillierten Begründungen; formelle Ermittlungsbescheide wurden öffentlich nicht bekannt gemacht.
Portugiesische Medien, darunter Lusa und RTP Notícias, berichten unter Berufung auf Behördenkreise, die Festnahme stehe im Zusammenhang mit Verdachtsmomenten der Unterstützung bewaffneter Gruppen. Offizielle, überprüfbare Unterlagen dazu wurden bis Freitag nicht vorgelegt. Das Ministério dos Negócios Estrangeiros betont, die konsularische Betreuung sei sichergestellt und stehe auch nach der Rückkehr bereit.
Der Fall erhält in Portugal Aufmerksamkeit, weil ein Journalist betroffen ist und weil die rechtliche Grundlage für Festnahme und Ausweisung ungeklärt bleibt. Berufsverbände fordern transparente Informationen zu Verfahren, Rechten der Betroffenen und zum Umgang mit Medienarbeit in Konfliktzonen. Für die Regierung steht nach eigener Darstellung der Schutz konsularischer Rechte im Vordergrund. Weitere Schritte hängen von möglichen Mitteilungen der israelischen Behörden ab.
Mit Blick auf die öffentliche Debatte ordnet das Außenministerium den Vorgang als laufend ein. Es verweist darauf, dass belastbare Aussagen derzeit vor allem auf die eigenen Mitteilungen und auf Berichte verlässlicher Nachrichtenagenturen gestützt werden müssen. Solange keine detaillierten Informationen zu den Gründen der Festnahme vorliegen, konzentrieren sich die portugiesischen Stellen auf die sichere und zeitnahe Rückkehr der beiden Betroffenen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).