Aktuell

Wohnungsproteste: Vigil am Campus da Justiça in Lissabon heute angekündigt

Nach Polizeieinsätzen rufen die Organisatoren der Acampada de Lisboa für heute zu einer Vigil am Campus da Justiça auf, um Anhörungen festgenommener Demonstrierender zu begleiten.

Die Organisatoren der Acampada de Lisboa haben für heute, Montag, 26. Oktober 2026, eine Vigil am Campus da Justiça in Lissabon angekündigt. Anlass sind gerichtliche Anhörungen von Personen, die im Zusammenhang mit nächtlichen Polizeieinsätzen der vergangenen Tage festgenommen wurden. Die Ankündigung folgte einer Versammlung am Rossio und wurde von der Bewegung über soziale Medien verbreitet.

Zu Umfang und Ablauf machten die Initiatoren zunächst keine detaillierten Angaben. Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen Vorladungen am 26. und 27. Oktober stattfinden. Das Diário de Notícias berichtete, 55 Personen seien vernommen und unter dem portugiesischen Auflageninstrument „Termo de Identidade e Residência“ wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Offizielle Bestätigungen zu allen Terminen und Zahlen durch die Justizbehörden lagen am Morgen nicht vollständig vor.

Die jüngsten Einsätze der Polícia de Segurança Pública (PSP) in Lissabon und Porto markieren eine neue Zuspitzung der seit Oktober andauernden Wohnungsproteste. Die Bewegung richtet sich gegen die aktuelle Wohnungspolitik und fordert unter anderem die Rücknahme geplanter Änderungen im Mietrecht, ein Ende von Zwangsräumungen ohne Ersatzunterkunft, mehr öffentlichen Wohnungsbau sowie schärfere Maßnahmen gegen Immobilienspekulation. Zudem werden koordinierte Aktionen in Lissabon und Porto vorbereitet, darunter eine Kundgebung vor der Assembleia da República am 27. Oktober, dem Beginn der Beratungen zum Staatshaushalt 2027.

Politische Reaktionen fallen gespalten aus. Vertreter der rechten Opposition betonen die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung durch die Polizei. Linke Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen kritisieren das Vorgehen der Sicherheitskräfte und rufen zur Unterstützung der Betroffenen am Campus da Justiça auf. Beobachter verweisen auf das Risiko weiterer Konfrontationen, sehen in der Mobilisierung zugleich einen möglichen Impuls für die Debatte im Parlament über Instrumente gegen Wohnungsknappheit und steigende Mieten.

Die Angaben zu Zeit, Ort und Ziel der Vigil beruhen auf Mitteilungen der Organisatoren sowie auf übereinstimmenden Berichten mehrerer seriöser portugiesischer Medien. Die Justiz- und Polizeibehörden äußerten sich bis Redaktionsschluss nicht in allen Punkten deckungsgleich zu Zahl und Zeitpunkt der Anhörungen. Klarheit über die weiteren Abläufe ist in den kommenden Tagen von den zuständigen Stellen zu erwarten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk