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Wegen Hitze lesen Portugals Winzer nachts

Mehr Weingüter in Alentejo und Douro verlagern Anfang September 2026 die Lese in die Nacht, um Arbeiter zu schützen und Traubenqualität zu sichern.

Mehrere Weingüter in Portugal ernten seit Anfang September 2026 vermehrt nachts. Hintergrund sind anhaltende Hitzewellen mit Tageshöchstwerten um 40 Grad, die die Lese unter freiem Himmel erschweren. Branchenvertreter berichten, dass die Praxis besonders im Alentejo und in Teilen des Douro zunimmt; dort begann die Ernte dieses Jahr teils ein bis zwei Wochen früher als üblich. Nach übereinstimmenden Medienberichten und Agenturfotos organisieren Betriebe die Weinlese 2026 zwischen Spätabend und frühem Morgen, um kühlere Stunden zu nutzen.

Als Gründe nennen Winzer zwei Aspekte: Zum einen verbessern sich die Arbeits- und Gesundheitsbedingungen der Erntehelfer bei niedrigeren Nachttemperaturen. Zum anderen gelangen die Trauben kühler in die Kellerei, was Oxidation verlangsamt und die Mostqualität begünstigen kann. Vertreter der Branchenorganisation ViniPortugal erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur Lusa, die jüngsten Hitzephasen hätten den Reifeverlauf beschleunigt und die Erntetermine vorgezogen. Berichte der Agence France-Presse (AFP) und der Associated Press zeigen nächtliche Lesevorgänge in Südportugal sowie organisatorische Anpassungen in den Kellereien.

Die Umstellung erfordert zusätzliche Beleuchtung, geänderte Logistik und eine auf die Nacht ausgerichtete Verarbeitung. Kühlketten müssen stabil gehalten, Transportfenster verschoben und Personalpläne angepasst werden. Winzer verweisen auf höhere Kosten durch zusätzliche Schichten und Technik. Kleinere Betriebe könnten diese Belastungen schwerer tragen als große Häuser. Zugleich sehen Produzenten einen Qualitätsvorteil bei empfindlichen Weiß- und Rosésorten, wenn Trauben nachts mit geringerer Keltertemperatur ankommen.

Wissenschaftler und Praktiker bewerten die Nachtlese als Anpassung an wiederkehrende Extremtemperaturen, nicht als singuläre Maßnahme. In den vergangenen Jahren hatten Frühreife und Hitzespitzen den Zeitplan vieler Regionen bereits verschoben. Wie stark Ertrag und Qualität der Weinlese 2026 insgesamt beeinflusst werden, ist noch offen; offizielle Gesamtdaten für die Kampagne liegen derzeit nicht vor. Verbandsvertreter betonen, dass die Witterung der kommenden Wochen über Ausbeute und Stilistik maßgeblich mitentscheide.

Unabhängig von der kurzfristigen Witterung wird in der Branche über dauerhaftere Anpassungen diskutiert: schattierende Laubarbeit, bodenschonende Bewässerung dort, wo sie zulässig ist, die Auswahl hitzeresistenter Klone sowie frühere oder gestaffelte Lesezeitpunkte. Der portugiesische Weinbau steht damit exemplarisch für einen Trend in südlichen Anbauzonen Europas, in denen Betriebe Arbeits- und Prozessabläufe neu justieren, um Qualität und Sicherheit unter wärmeren Klimabedingungen zu gewährleisten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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