Wirtschaft

Vodafone Portugal widerspricht Komplettverbot von Huawei-Komponenten im Wellenlängenmultiplex-Transportnetz

Vodafone Portugal hat die behördlich geforderte vollständige Entfernung von Huawei-Komponenten aus dem Wellenlängenmultiplex-Transportnetz (WDM) beanstandet und fordert eine differenzierte, risikobasierte Bewertung der einzelnen Bauteile.

Kurzmeldung

Vodafone Portugal hat am 15. Oktober 2026 öffentlich Widerspruch gegen die behördliche Anordnung eingelegt, Huawei-Komponenten vollständig aus dem Wellenlängenmultiplex-Transportnetz (WDM) zu entfernen. Vorstandsvorsitzender Luís Lopes erklärte in der Firmenzentrale in Lissabon, nicht alle Module und Teile eines WDM-Systems hätten dasselbe Risikoprofil; ein pauschaler Ausschluss ganzer Hersteller erscheine daher unverhältnismäßig. Das Unternehmen habe die Entscheidung formell beanstandet und die zuständigen Stellen, einschließlich der Regierung, über die Einwände informiert.

Kern der Auseinandersetzung ist eine Bewertung der Comissão de Avaliação de Segurança, die Geräte bestimmter Anbieter als „hochriskant“ für kritische Netzinfrastruktur eingestuft hat. Die Kommission hatte zuvor Leitlinien formuliert, nach denen Komponenten von Anbietern außerhalb der Europäischen Union, der NATO oder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) besonders geprüft werden sollen. Vodafone Portugal betont, technische Funktionen und einzelne Bauteile unterschiedlicher Bedeutung getrennt zu beurteilen statt einen Herstellerausschluss vorzuschreiben.

Der Streit hat konkrete wirtschaftliche Dimensionen: Im Mai 2026 forderte der Konkurrent Meo laut Medienberichten vom Staat Entschädigungen in Höhe von 82 Millionen Euro wegen des Ausschlusses von Huawei aus dem 5G-Aufbau. Studien und Branchenberichte verweisen zudem auf erhebliche Kosten für Austauschprozesse in Netzen, sollten breite Ersatzmaßnahmen notwendig werden.

Vodafone Portugal erklärte, die erforderliche Sicherheitsbewertung für 5G fristgerecht eingereicht zu haben, äußerte sich aber nicht zum Inhalt. Die Gesellschaft habe zudem keinen Einblick in die vollständige, interne Analyse der Kommission, was die Debatte über Transparenz und Nachvollziehbarkeit verstärke.

Als mögliche nächste Schritte gelten eine Überprüfung im Verwaltungsverfahren oder gerichtliche Auseinandersetzungen. Unabhängig vom Ausgang bleibt für Portugal die Frage zentral, wie staatliche Sicherheitsinteressen mit technischer Verhältnismäßigkeit und Planungssicherheit für Netzbetreiber in Einklang gebracht werden können. Die Entscheidung wird Auswirkungen auf Netzausbau, Lieferketten und Investitionssicherheit haben.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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