Die 17. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation (UNCCD COP17) in Ulaanbaatar, Mongolei, ist am 28. August 2026 ohne ein globales Abkommen zur Vorbeugung und Steuerung von Dürren zu Ende gegangen. Zentrale Fragen zu Verbindlichkeit, Finanzierungspfaden und internationalem Monitoring blieben offen. Vor diesem Hintergrund appelliert die portugiesische Umweltorganisation Zero an die Regierung in Lissabon, die Dürreprävention unabhängig von einem künftigen internationalen Konsens entschieden voranzutreiben.
Zero erklärte am Donnerstag, das Ausbleiben eines weltweiten Rahmens „mindert nicht die Dringlichkeit, dass Portugal autonom handelt“. Die Organisation fordert, das nationale Aktionsprogramm zur Bekämpfung der Desertifikation noch in diesem Jahr abzuschließen und mit klaren Zielen, Indikatoren, Zeitplänen und gesicherter Finanzierung zu unterlegen. Nach Einschätzung von Zero ist ein erheblicher Teil des portugiesischen Festlands von Desertifikation bedroht; vorrangig seien daher präventive Maßnahmen, die Wasser sparen, Böden stabilisieren und die Landnutzung an wiederkehrende Trockenphasen anpassen.
Nach Angaben von Delegationen in Ulaanbaatar wurden zwar Finanzierungszusagen für Landrestaurierung und mehr Resilienz angekündigt, ein verbindlicher internationaler Mechanismus zum Dürremanagement kam jedoch nicht zustande. Das World Resources Institute bewertete die Ergebnisse als Teilerfolg bei der Mobilisierung von Mitteln, kritisierte jedoch das Ausbleiben eines kohärenten globalen Ansatzes gegen Dürre. Damit rücken nationale Strategien in den Vordergrund.
Für Portugal hat dies unmittelbare Folgen in Wasser-, Landwirtschafts- und Forstpolitik. Fachlich naheliegend sind laut Zero und weiteren Beteiligten Maßnahmen wie wassersparende Bewässerungstechnik, die Aufforstung mit standortgerechten Arten, konsequenter Flächenschutz sowie regionale Systeme zur Allokation und Wiederverwendung von Wasser. Die Regierung hat in verschiedenen politischen Dokumenten Anpassungen an klimatische Extremereignisse in Aussicht gestellt; konkrete Beschlüsse zur umfassenden Aktualisierung und Finanzierung des Programa de Ação Nacional de Combate à Desertificação standen zum Zeitpunkt des Konferenzabschlusses jedoch noch aus.
Die ausbleibende Einigung in Ulaanbaatar setzt Portugal nicht außer Pflicht. Ohne globalen Rahmen bleibt es bei einer offenen Koordinierung – mit der Chance, eigene Prioritäten zügig umzusetzen, aber auch mit dem Risiko, dass Investitionen in Prävention zu spät kommen. Zero drängt deshalb auf eine proaktive, vorausschauende Dürrepolitik mit überprüfbaren Etappen, um Wasserverfügbarkeit, landwirtschaftliche Produktivität und Ökosysteme in den besonders gefährdeten Regionen dauerhaft zu sichern.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).