Die Universität Coimbra hat am 25. September 2026 die zweite Ausgabe des Europe–China Agricultural Robotics Forum (ECARF) ausgerichtet. Rund hundert Fachleute aus Europa und China – Forschende, Technologieanbieter, Produzenten sowie Vertreter diplomatischer und staatlicher Stellen – berieten, wie autonome Systeme, künstliche Intelligenz und Robotik den Schritt von Prototypen in den regulären Einsatz auf Feldern und in Gewächshäusern beschleunigen können.
Nach Angaben der Organisatoren wurden am Rande des Treffens drei bilaterale Kooperationsvereinbarungen zwischen europäischen und chinesischen Partnern unterzeichnet. Sie zielen auf gemeinsame Forschungs- und Pilotprojekte. Ob daraus kurzfristig Anwendungen in Betrieben hervorgehen, hängt nach Einschätzung Beteiligter von Testfeldern, Finanzierung und regulatorischen Klärungen ab.
In den Beiträgen zeigte sich eine Kluft zwischen technischer Reife und Marktdurchdringung. Vorführungen präsentierten Systeme für Ernte, Pflanzenpflege und Gewächshausautomation; zugleich verwiesen Referenten aus Industrie und Forschung auf fehlende belastbare Geschäftsmodelle, offene Normenfragen und den Bedarf an lokaler Anpassung. Entsprechend rückten Interoperabilität, Feldvalidierung, Kostenstrukturen und die Qualifizierung von Anwendern in den Mittelpunkt. Unter dem Leitmotiv „Bridging Innovation and Adoption of Agricultural Robotics“ diskutierten die Teilnehmenden Wege, wie Produkte über Pilotphasen hinaus skaliert werden können.
Vertreter mehrerer chinesischer Forschungseinrichtungen und Unternehmen stellten Praxisprojekte vor; europäische Zentren und Firmen formulierten Anforderungen aus der Produktion. Das Programm umfasste Keynotes, technische Sessions, Podien zur Markteinführung und Skalierung sowie eine Live-Demonstration des NICECART-Systems.
Für Portugal betonten Organisatoren und Teilnehmende die strategische Bedeutung der Vernetzung: Coimbra positioniere sich als Knotenpunkt für grenzüberschreitende Forschungs- und Erprobungsszenarien. Portugiesische Akteure erhielten Zugang zu Partnerschaften und Testumgebungen, die den Einsatz von Robotik im Obst-, Gemüse- und Weinbau beschleunigen könnten. Zugleich wurde deutlich, dass Verbreitung und Produktivitätseffekte nicht allein technisch getrieben sind, sondern verlässliche Rahmenbedingungen in Landwirtschaftspolitik, Förderung, Ausbildung und Versorgungsketten erfordern.
Das Forum knüpfte an die erste ECARF-Ausgabe 2025 in Wuxi an und steht im Kontext aktueller EU‑China‑Initiativen zur Zusammenarbeit in Agrartechnologien. Die jetzt angekündigten Pilotkooperationen werden in den kommenden Monaten an Evaluationskriterien gemessen; belastbare Ergebnisse liegen erst nach Feldversuchen zu Zuverlässigkeit, Betriebskosten und Service-Infrastruktur vor.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).