Umwelt

Tavira: Botanischer Garten erprobt essbare Bäume für die klimaresiliente Algarve

Der Pomar dos Sabores in Luz de Tavira testet seit 2019 über 330 Arten essbarer Gehölze, um hitze- und dürretaugliche Obstbäume für den Süden Portugals zu identifizieren.

Der öffentlich-rechtliche Sender RTP hat den Pomar dos Sabores in Luz de Tavira als botanischen Garten vorgestellt, der systematisch essbare Gehölze für ein wärmeres und trockeneres Klima in der Algarve erprobt. Das gemeinnützige Projekt sammelt seit 2019 Daten zu Wasserbedarf, Ertragssicherheit und Hitzetoleranz und will damit praxisnahe Empfehlungen für Landwirtschaft und kommunale Grünplanung liefern.

Nach Angaben des Trägers umfasst die Sammlung mehr als 330 Arten und über 500 Sorten essbarer Pflanzen. Der Schwerpunkt liegt auf Obstgehölzen aus mediterranen und subtropischen Regionen, die mit längeren Trockenperioden zurechtkommen. Genannt werden unter anderem Jujube, Guave, Pitanga sowie einheimische und eingeführte Kastanien- und der Johannisbrotbaum. Die Versuchsflächen dokumentieren die Reaktion der Bäume auf Hitze, Wind und unterschiedliche Bewässerungsstrategien; Erkenntnisse sollen öffentlich zugänglich gemacht werden.

Hintergrund ist die zunehmende Wasserknappheit im Distrikt Faro, die Bewirtschaftung und Pflanzenauswahl in weiten Teilen der Algarve verändert. Fachlich zielt der Ansatz auf Diversifikation, geringeren Bewässerungsbedarf und robustere Bestände. Ob einzelne Arten großflächig wirtschaftlich tragfähig sind, hängt von Folgestudien zu Erträgen, Schädlingsdruck und Vermarktung ab. Unabhängige Langzeitpublikationen liegen dazu noch kaum vor, die Erprobung läuft.

Der Pomar dos Sabores verbindet gärtnerische Praxis mit Bildungsangeboten. Neben Feldversuchen bietet der Standort Workshops, Führungen und Unterrichtsmaterialien zu Bodenschutz, Wasserspeicherung und Vermehrung von Nahrungsbäumen an. Träger ist eine portugiesische Vereinigung, die den Garten als Bildungs- und Demonstrationsort betreibt. Das Gelände firmiert auch unter dem englischen Namen Orchard of Flavours.

Zur institutionellen Einordnung verweist das Projekt auf eine Anerkennung als botanischer Garten durch die Botanic Gardens Conservation International im November 2022. Regionale Medien greifen diese Einordnung auf; eine entsprechende Listung wird vom Projekt kommuniziert. Für Behörden, Landwirte und Planungsbüros in der Algarve liefern die laufenden Versuche damit einen aktualisierten Katalog potenziell geeigneter Arten und Anbauweisen für Standorte mit knapper werdendem Wasser.

Das Vorhaben in Tavira ist über den Standort hinaus von Interesse: Portugals Süden steht exemplarisch für Anpassungsdruck in Trockengebieten Südeuropas. Systematisch erhobene Felddaten zu klimaresilienten Nahrungsbäumen können daher auch für andere Regionen mit ähnlichen Standortbedingungen nutzbar werden.

Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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