Aktuell

Tausende protestieren in Lissabon, Porto und Coimbra gegen Lebenshaltungskosten und Mieten

In mehreren portugiesischen Städten haben am 28. Oktober Tausende gegen die Teuerung und für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Gewerkschaften und Wohninitiativen kündigten weitere Aktionen an; bereits am 17. Oktober hatte die CGTP‑IN eine landesweite Mobilisierung…

In Portugal haben am 28. Oktober Tausende Menschen in Lissabon, Porto und Coimbra gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und für das Recht auf bezahlbaren Wohnraum demonstriert. Der öffentlich‑rechtliche Sender RTP berichtete von großen Kundgebungen und Märschen, die sich auf Lohnerhöhungen, höhere Renten und eine Dämpfung der Mieten konzentrierten. Die Aktionen richteten sich damit gegen die anhaltend hohe Belastung vieler Haushalte durch Energie‑, Lebensmittel‑ und Mietpreise.

Getragen wurden die Proteste von einem breiten Bündnis aus Gewerkschaften, darunter die CGTP‑IN, sowie städtischen Wohninitiativen. In Lissabon sammelten sich Demonstrierende auf zentralen Plätzen; am Rossio wurden temporäre Camps und Mahnwachen eingerichtet. In Porto hielten Gruppen Kundgebungen rund um die Praça D. João I ab. Die Polizei PSP sicherte die Demonstrationsrouten; bis Redaktionsschluss lagen keine verlässlichen, einheitlichen Angaben zu Teilnehmerzahlen und möglichen Zwischenfällen vor.

Vertreterinnen und Vertreter der Bewegung forderten neben sofortigen Lohnanhebungen auch Eingriffe in den Mietmarkt, mehr sozialen Wohnungsbau und Schutz vor Zwangsräumungen. Arbeitgeberverbände und die Regierung verwiesen in der Vergangenheit auf bereits eingeleitete Hilfen und Haushaltsgrenzen; aus der Opposition kamen zustimmende Töne zu höheren Löhnen und Kritik an mangelnder Wohnungsversorgung. Konkrete politische Zusagen zum aktuellen Protesttag wurden zunächst nicht bekannt.

Der 28. Oktober schließt an eine frühere landesweite Mobilisierung an: Bereits am 17. Oktober hatte die CGTP‑IN zu Aktionen in Lissabon, Porto und Coimbra aufgerufen. In einer am selben Tag veröffentlichten Resolution kritisierte sie das geplante Staatsbudget 2027 als sozial unausgewogen und forderte ein Umsteuern in der Steuer‑, Lohn‑ und Wohnungspolitik. Der Oktober war insgesamt von einer verdichteten Abfolge von Arbeitskämpfen und städtischen Protesten geprägt.

Die Größenordnung der Proteste bleibt vorerst schwer zu beziffern. Unterschiedliche Schätzungen der Veranstalter und erste Angaben aus Stadtverwaltungen und von der PSP liegen auseinander und werden voraussichtlich erst im Laufe der Woche konsolidiert. Klar ist jedoch, dass die Frage der Kaufkraft und der Mieten politisch weiter an Brisanz gewinnt. Ob die jetzt sichtbare Mobilisierung zu substanziellen Änderungen in der Haushaltspolitik führt, hängt von den anstehenden Haushaltsberatungen und möglichen Ergänzungen im Wohnungsbereich ab, die Regierung und Parlament in den kommenden Wochen verhandeln.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk