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Tausende fordern in Lissabon vor dem Parlament das Recht auf Wohnen

Am 27. Oktober 2026 haben Tausende Menschen vor der Assembleia da República in Lissabon bezahlbaren Wohnraum, Schutz vor Räumungen ohne Alternative und eine Kurswende in der Wohnungspolitik verlangt.

Tausende Menschen haben am 27. Oktober 2026 vor der Assembleia da República in Lissabon für das Recht auf Wohnen demonstriert. Die Kundgebung fiel mit dem Beginn der parlamentarischen Debatte über den Staatshaushalt Orçamento do Estado 2027 zusammen. Nach übereinstimmenden Medienberichten füllten die Teilnehmenden ab dem späten Nachmittag die Rua de São Bento und angrenzende Plätze; die Polizei richtete Absperrungen ein und leitete den Verkehr um. Die Versammlung verlief demnach friedlich, Berichte über schwere Zwischenfälle lagen zunächst nicht vor.

Getragen wurde der Protest von zivilgesellschaftlichen Gruppen, darunter Acampada de Lisboa und die Plattform Casa para Viver. Gefordert wurden unter anderem die Rücknahme jüngerer Änderungen im Mietrecht, ein Stopp von Abrissen und Zwangsräumungen ohne gesicherte Alternativunterkünfte, strengere Regeln für Immobilienkäufe durch Investmentfonds sowie ein deutlich stärkerer Ausbau des öffentlichen Wohnungsbestands. Redebeiträge verbanden soziale Forderungen mit Kritik an polizeilichen Eingriffen bei früheren Räumungen von Protestlagern.

Der unmittelbare Anlass ist die Haushaltsdebatte, in der Regierung und Parlament Prioritäten für 2027 festlegen. Die Bewegungen sehen darin eine Gelegenheit, verbindliche Zusagen und zeitnahe Maßnahmen zu erreichen. Offizielle Ankündigungen zu konkreten Gesetzesänderungen oder Fristen lagen bis zum Abend nicht vor. Parteien und Ressorts stehen zugleich unter wachsendem Druck, kurzfristig Härten bei Räumungen zu begrenzen und langfristig den Bestand an leistbaren Wohnungen zu erhöhen. Diese Einschätzungen stützen sich auf übereinstimmende Berichte portugiesischer Nachrichtenmedien und Stellungnahmen der beteiligten Organisationen.

Hintergrund sind seit Wochen andauernde Mobilisierungen gegen steigende Mieten und Knappheit an leistbarem Wohnraum in portugiesischen Städten. Zeltlager im Zentrum von Lissabon, darunter am Rossio, lenkten landesweit Aufmerksamkeit auf das Thema; einzelne Lager wurden zuvor von der Polizei geräumt. Daraufhin entbrannte eine Debatte über die Verhältnismäßigkeit polizeilichen Handelns und die Wirksamkeit der bisherigen Wohnungspolitik.

Mit der Demonstration vor dem Parlament ist die Wohnungsfrage erneut in den Mittelpunkt der politischen Agenda gerückt. Ob daraus kurzfristige Entscheidungen entstehen, hängt von den weiteren Beratungen im Plenum und in den Ausschüssen zum Orçamento do Estado 2027 ab. In den kommenden Tagen werden die eingereichten Budgetvorschläge, Änderungsanträge und amtlichen Verlautbarungen maßgeblich sein, um den Umfang möglicher Kurskorrekturen in der Wohnungs- und Mietpolitik zu beurteilen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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