Aktuell

Tausende demonstrieren in Lissabon gegen Wohnungsnot und ehren Maricarmen Abascal

In Lissabon zogen am 10. Oktober Tausende unter dem Motto Não dá mais gegen hohe Mieten und Lebenshaltungskosten durch die Stadt. Die Proteste würdigten die verstorbene Spanierin Maricarmen Abascal.

In Lissabon haben am 10. Oktober Tausende Menschen gegen steigende Lebenshaltungskosten und die Wohnungskrise demonstriert. Der Protestzug unter dem Motto Não dá mais setzte sich am späten Nachmittag in Bewegung und trug seine Forderungen nach Entlastung für Mieterinnen und Mieter durch das Stadtzentrum. Nach übereinstimmenden Berichten von RTP, Observador und Euronews beteiligten sich landesweit auch weitere Städte an dem Aktionstag.

Die Plattform Não dá mais, ein Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher Gruppen, richtete ihre Kritik an Regierung und Marktakteure. Im Mittelpunkt standen Forderungen nach wirksamen Instrumenten gegen rapide Mietsteigerungen, einer Ausweitung des öffentlichen Wohnungsbestands sowie strengeren Maßnahmen gegen überhöhte Mieten. Transparenten und Redebeiträge verwiesen auf die anstehenden Haushaltsberatungen in Portugal; Teilnehmende drängten auf Nachbesserungen im Staatshaushalt 2027.

Ein prägender Teil der Kundgebung war die Hommage an Maricarmen Abascal, die 87‑jährige Spanierin, deren gewaltsame Räumung und Tod in Spanien in den Tagen zuvor breite Aufmerksamkeit erlangt hatten. In Lissabon erinnerten Demonstrierende mit klingelnden Schlüsseln, Bildern und Transparenten an Abascal und stellten ihren Fall als Mahnung für eine sich zuspitzende Wohnungsnot dar. Portugiesische Medien dokumentierten die Würdigung vor Ort.

Die Demonstration verlief nach ersten Berichten friedlich. Offizielle Angaben zu Teilnehmerzahlen lagen bis zum Abend nicht einheitlich vor; Medien sprachen von Tausenden in Lissabon. Konkrete neue Gesetzesinitiativen wurden am Tag der Proteste nicht angekündigt. Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft kündigten an, ihre Kampagne fortzusetzen und die Debatte im Parlament eng zu begleiten.

Hintergrund der Proteste ist die seit Jahren angespannte Lage auf Portugals Wohnungsmärkten, die durch steigende Mieten, hohe Nachfrage in Ballungsräumen und wachsende Belastungen für Haushalte geprägt ist. Die Veranstalter bezeichneten die Lage als soziale Krise und forderten rasches politisches Gegensteuern. Beobachter werteten die breite Beteiligung als Signal, dass das Thema die politische Agenda weiter prägen dürfte. Ob und in welchem Umfang sich Forderungen der Bewegung im Gesetzgebungsprozess niederschlagen, wird sich in den kommenden Wochen an den Beratungen zum Staatshaushalt 2027 und an möglichen flankierenden Maßnahmen des Wohnungsministeriums zeigen.

Die Proteste in Portugal fügten sich zugleich in eine europaweite Debatte über Mieten, Verdrängung und Schutz vor Zwangsräumungen ein, die durch den Fall Maricarmen Abascal neuen Auftrieb erhielt.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk