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Studie: Portugiesischer Journalismus verliert junge Leser wegen zu wenig Dialog

Eine Untersuchung am Instituto Superior Miguel Torga in Coimbra kommt am 28. September 2026 zum Schluss: Vor allem junge Erwachsene wenden sich vom Journalismus ab, weil Redaktionen kaum Austausch mit dem Publikum bieten.

Am 28. September 2026 hat RTP eine Untersuchung von Aldina Margato am Instituto Superior Miguel Torga (ISMT) in Coimbra bekannt gemacht. Die Forscherin kommt darin zum Schluss, dass der portugiesische Journalismus vor allem unter jungen Erwachsenen an Leserschaft verliert, weil redaktionelle Angebote zu wenig Dialog- und Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Nicht die Technik schrecke Jugendliche ab, sondern die Wahrnehmung, dass Redaktionen auf Meinungen des Publikums kaum eingehen, betont Margato (RTP/Lusa, 28. September 2026).

Die Studie „A Reinvenção do Jornalismo a Partir das Comunidades Online“ erfasst das Nachrichtenverhalten von 174 Personen im Alter von 18 bis 24 Jahren, analysiert die zehn größten portugiesischen Nachrichtenseiten und begleitet über neun Monate eine Online‑Community mit rund 240.000 Mitgliedern. Laut der Untersuchung gaben sechs von zehn Befragten an, kein Interesse mehr an Nachrichten zu haben; zudem informieren sich 18‑ bis 24‑Jährige häufiger über soziale Netzwerke als direkt auf Nachrichtenseiten. Die Analyse hebt zudem hervor, dass Interaktionsfunktionen auf den untersuchten Plattformen oft schwer auffindbar oder gar nicht vorhanden sind; selbst bei Observador und Público wurden nur ein Teil der identifizierten Interaktionsformen genutzt.

Als Folgerung empfiehlt die Untersuchung, redaktionelle Strategien systematisch auf Dialog auszurichten und das Community‑Management zu stärken, die Aus‑ und Weiterbildung für digitale Kommunikation auszubauen sowie thematische Plattformen zu schaffen, die Leserinteressen über längere Zeit bündeln. Vertrauen sei dabei der zentrale Wettbewerbsfaktor, so Margato: Der stärkste Konkurrent des Journalismus seien nicht die Netzwerke, sondern die Unfähigkeit, tragfähige Vertrauensbeziehungen aufzubauen (RTP/Lusa, 28. September 2026).

Die Ergebnisse decken sich mit internationalen Beobachtungen zur Abwanderung junger Zielgruppen und zur wachsenden Bedeutung sozialer Medien. Der Digital News Report 2026 des Reuters Institute beschreibt für Portugal ähnliche Trends: sinkende direkte Nutzung klassischer Nachrichtenseiten, steigende Relevanz plattformgerechter Formate und eine wachsende Rolle von Vertrauen und Transparenz für Bindung und Zahlungsbereitschaft. Die ISMT‑Studie liefert damit eine auf Portugal fokussierte Bestandsaufnahme und konkrete Ansatzpunkte für Redaktionen und Ausbildungseinrichtungen, die auf mehr Beteiligung des Publikums und verlässliche Beziehungen setzen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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