Wirtschaft

Studie: 80 Prozent in Portugal fürchten Energiepreise und kürzen Ausgaben

Eine am 10. September gemeldete Erhebung von Secours Populaire und Ipsos zeigt: Die meisten Haushalte in Portugal sorgen sich um Energie- und Treibstoffpreise und reagieren mit Einsparungen.

Die Energiepreise sind für die große Mehrheit der Bevölkerung in Portugal ein zentrales Problem. Laut einer am 10. September von Lusa verbreiteten Auswertung des jährlichen Barometers von Secours Populaire und Ipsos geben rund 80 Prozent der in Portugal Befragten an, sich wegen der Kosten für Strom und Gas zu sorgen. 77 Prozent äußern entsprechende Sorge mit Blick auf Treibstoffpreise. Zahlreiche Haushalte berichten demnach, Ausgaben zu kürzen, um die steigenden oder schwankenden Energiekosten zu bewältigen.

Das Barometer erfasst Armut und wirtschaftliche Prekarität in mehreren europäischen Ländern. Für Portugal bestätigen die aktuellen Resultate einen Trend, der seit dem Preisschock an den Energiemärkten wieder stärker sichtbar ist: Energiebelastungen zwingen insbesondere einkommensschwache Haushalte zu Verhaltensanpassungen. In Medienberichten werden unter anderem seltenerer Einsatz energieintensiver Geräte und geringere Raumtemperaturen genannt. Die Erhebung ordnet Portugal im europäischen Vergleich im oberen Bereich der wahrgenommenen Belastung durch Energierechnungen ein.

Politischer Hintergrund: In Portugal existieren seit Jahren gezielte Hilfen gegen Energiearmut, darunter der Sozialtarif für Strom und Gas sowie befristete Unterstützungen in Phasen besonderer Preisvolatilität. Gleichwohl zeigen die neuen Angaben von Ipsos, dass ein erheblicher Teil der Haushalte weiterhin mit der Deckung laufender Energie- und Mobilitätskosten ringt. Armutsrisiken verschärfen sich, wenn Mehrausgaben für Energie zu Einschnitten bei anderen notwendigen Posten führen.

Die Studie ist als Zustandsbeschreibung zu lesen, nicht als Statistik über tatsächliche Tarife oder Rechnungsbeträge. Sie bildet Einstellungen und selbstberichtete Verhaltensänderungen ab. Rückschlüsse auf die Entwicklung einzelner Preisbestandteile oder auf die Reichweite staatlicher Programme lassen sich aus dem Barometer allein nicht ziehen. Für eine vollständige Bewertung wären ergänzende nationale Daten, etwa zu Tarifniveaus, Netzentgelten und zur Inanspruchnahme des Sozialtarifs, erforderlich.

Zuschreibung: Die genannten Prozentwerte stammen aus dem Barometer von Secours Populaire und Ipsos und wurden am 10. September von Lusa gemeldet; Executive Digest hat die Lusa-Angaben zusammengefasst. Damit liegt ein aktueller und für Portugal relevanter Befund vor, der wegen seiner Breitenwirkung auf Haushalte und die Binnenkonjunktur landesweit von Bedeutung ist.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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